Kryptowährung Bitcoin
„Es ist zu früh, um einen Crash herbeizureden“

Der Bitcoin-Kurs stürzt nach den Verboten in China deutlich ab – und Kritiker prophezeien bereits den Anfang vom Ende. Befürworter halten dagegen – und sehen die Maßnahmen sogar als Chance. Ein Stimmungsbild.
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FrankfurtVom Börsenstar zum Buhmann: Der schwindelerregende Höhenflug von Bitcoin & Co ist vorerst beendet. Die chinesische Regierung will Spekulationen mit dem Internet-Geld unterbinden und Jamie Dimon, Chef der US-Bank JP Morgan, setzt Bitcoins mit Betrug gleich. Der Kurs der größten und bekanntesten Cyber-Währung stürzte binnen zwei Wochen um 40 Prozent ab, kostet aber immer noch rund drei Mal so viel wie zu Jahresbeginn.

Manche Experten haben bereits den Anfang vom Ende der Krypto-Währungen ausgerufen. Professor Philipp Sandner von der Frankfurt School of Finance and Management bezweifelt das: „Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen. Einen Crash herbeizureden halte ich für verfrüht.“

Die chinesischen Behörden brachten den Stein Anfang September ins Rollen, als sie Börsengänge von Krypto-Währungen verboten. Unternehmen dürfen dort, dem größten Markt für solche Initial Coin Offerings (ICO), kein eigenes Geld am Computer mehr schaffen. Die Aufseher bezeichnen diese Form der Kapitalgenerierung als illegal, sie stehe im Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften.

Wenige Tage später kündigten die ersten chinesischen Börsen an, Ende September den Handel mit Internet-Währungen einzustellen. Der Bitcoin-Kurs brach an der Börse BitPoint auf 3000 Dollar ein, Anfang September hatte er noch ein Rekordhoch von 5133 Dollar erreicht. An anderen Handelsplätzen kam Bitcoin noch stärker ins Straucheln. Mittlerweile hat sich der Kurs etwas berappelt und liegt bei rund 4000 Dollar.

Der Plattform CoinMarketCap zufolge summierte sich die Marktkapitalisierung aller rund 900 Cyber-Währungen zuletzt auf 136 Milliarden Dollar. Vor wenigen Wochen waren es noch über 170 Milliarden. Analyst Timo Emden vom Brokerhaus IG rechnet damit, dass immer mehr Börsen in China ihre Pforten schließen und die Kurse der Cyber-Devisen weiterhin unter Druck stehen werden. „Es könnte eine Kettenreaktion einsetzen“, prognostiziert er. „Die nächsten Wochen könnten sich als durchaus richtungsweisend herausstellen.“

Professor Sandner sieht in der Bitcoin-Schwäche eine Chance für andere Krypto-Gelder wie Ethereum. „Die beiden Währungen haben unterschiedliche Ansätze und die Zeit wird zeigen, welcher sich davon bewährt.“ So sei Bitcoin als reine Währung konzipiert worden und vor allem dafür da, einen Betrag von A nach B zu transferieren. Ethereum sei dagegen eine Art Plattform, über die etwa Verträge abgeschlossen werden könnten.

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