Kryptowährung Deutsche Finanzbranche sieht Gefahren durch Bitcoin

Manager deutscher Finanzunternehmen warnen vor Gefahren durch die Verbreitung der Kryptowährung Bitcoin. Angesichts der herrschenden Intransparenz fordern sie eine strengere Regulierung.
Update: 23.01.2018 - 16:27 Uhr Kommentieren
Kryptowährung: Finanzbranche sieht Gefahren durch Bitcoin Quelle: Reuters
Warnung der Finanzunternehmer

Die befragten Manager halten eine Bitcoin-Investition für keine geeignete Geldanlage.

(Foto: Reuters)

Frankfurt/MainVertreter der deutschen Finanzbranche sehen laut einer Umfrage mehrheitlich Gefahren durch die Kryptowährung Bitcoin und fordern eine strengere Regulierung. Über die Hälfte der Befragten sehe mögliche Risiken für das Finanzsystem, wie aus am Dienstag veröffentlichten Umfrageergebnissen des Frankfurter „Center for Financial Studies“ (CFS) hervorgeht. Zudem sprechen sich 78 Prozent von ihnen für eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen aus.

„Die Umfrage verdeutlicht, dass die Sorgen der Finanzmarktteilnehmer angesichts der Intransparenz und der unberechenbaren Kursentwicklungen des Bitcoin zunehmen“, sagte CFS-Chef Volker Brühl. Das CFS ist der Frankfurter Goethe-Universität angegliedert und hat für die Befragung das Management von rund 400 deutschen Finanzunternehmen kontaktiert.

Der Wert einer Einheit des Bitcoin ist seit Anfang 2017 bis zum Jahresende rasant von unter 1000 US-Dollar bis auf fast 20.000 Dollar gestiegen und verzeichnete vor wenigen Tagen einen Einbruch bis unter 10.000 Dollar. Die Kursentwicklung ist für 81 Prozent der Befragten nicht nachvollziehbar. Ähnlich viele halten den Bitcoin daher auch nicht für die Geldanlage geeignet und 93 Prozent sind der Meinung, dass der Bitcoin in Zukunft nicht das klassische Geldsystem ersetzen wird.

Im vergangenen Jahr war der Kurs von Bitcoin in der Spitze um rund 2000 Prozent auf knapp 20.000 Dollar nach oben geschnellt. Andere Cyber-Devisen wie Ripple oder Ethereum verzeichneten sogar noch stärkere Sprünge. Seit Dezember hat sich der Bitcoin-Kurs aber wieder auf rund 10.000 Dollar halbiert. Finanzaufseher in Europa und den USA wollen Kryptowährungen nach den Kursturbulenzen nun stärker unter Kontrolle bringen.

Der Umfrage zufolge schätzen rund 54 Prozent der Manager die Entwicklung kritisch ein - dagegen halten 41 Prozent die Risiken für das Finanzsystem eher für vernachlässigbar. Für 79 Prozent sind Bitcoin kein interessantes Anlageinstrument.

  • dpa
  • rtr
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