Kryptowährung Ethereum knackt die 1000-Dollar-Marke

Neuer Rekord: Ethereum knackt erstmals die 1000-Dollar-Marke. Der Bitcoin-Konkurrent wird bei Investoren immer beliebter. Was die Kryptowährung heraushebt: Sie kann auch in traditionellen Firmen eingesetzt werden.
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Der Gründer von Ethereum ist zur Kultfigur im Krypto-Reich geworden. Quelle: Bloomberg/Getty Images
Vitalik Buterin

Der Gründer von Ethereum ist zur Kultfigur im Krypto-Reich geworden.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

FrankfurtHaben Bitcoins den Höhepunkt überschritten? Die Frage scheinen sich viele Anleger zu stellen. Am Donnerstagnachmittag lag der Kurs unter 15.000 Dollar und damit weit unter dem alten Höchststand von rund 20.000. Immer noch ein irrsinniger Gewinn im Jahresvergleich, aber kurzfristig ist den Coins die Puste ausgegangen. Im 24-Stundenvergleich lagen die Bitcoins leicht im Minus, die Abspaltung Bitcoin-Cash sogar noch deutlicher.

Ethereum mit der Währung Ether dagegen legt am Donnerstag mehr als 15 Prozent zu und überschreitet die Marke von 1000 Dollar. Und die Konkurrenz von Ripple mit der Währung XRP weist gegenüber dem Vortag eine satte Kurssteigerung von mehr als 25 Prozent auf.

Eindrucksvoll ist damit die Marktkapitalisierung der beiden wichtigsten Konkurrenten der Bitcoins: Ethereum kommt auf rund 100 Milliarden Dollar. Und Ripple erreicht etwa den Bereich von 140 Milliarden Dollar – was gut 100 Milliarden weniger ist als der Bitcoin, aber allmählich doch in einer ähnlichen Liga mitspielt. Das gesamte Reich der Kryptowährungen ist laut der Brancheseite Coinmarketcap aktuell fast 770 Milliarden Dollar wert – und damit deutlich mehr als zum Höhepunkt des Bitcoin-Fiebers. Das zeigt: Trotz der kurzfristigen Schwäche beim Kurs der wichtigsten Digitalwährung geht der Krypto-Hype insgesamt ungebremst weiter.

Ethereum und Ripple unterscheiden sich in vielen Punkten. Aber sie haben drei entscheidende Merkmale gemeinsam, die sie vom Urahnen Bitcoin abheben.

Die erste Gemeinsamkeit: Beide Systeme könnten für Unternehmen sehr interessant werden. Für Ethereum gilt das, weil die zugehörige Software weitaus komplexer ist als die der Bitcoin-Blockchain. Der Clou bei dieser Krypto-Währung ist nicht, dass man damit bezahlen kann. Sondern, dass sich ganze Wirtschaftsbeziehungen mit sogenannten Smart Contracts bilden lassen. Diese Contracts sind „Verträge“, die sich automatisch erfüllen. So kann etwa bei Lieferung einer Ware automatisch eine Zahlung ausgelöst werden.

Bisher werden diese Instrumente vor allem im Krypto-Reich selber eingesetzt: Neue Unternehmen, die manchmal kaum mehr als vage Ideen zu bieten haben, sammeln durch so genannte Initial Coin Offerings (ICO) Geld ein und geben dafür Anteile, Stimmrechte oder bloße virtuelle Spendenbescheinigungen aus. Diese ICOs ähneln Börsengängen, und sie werden oft auf Basis von Ethereum programmiert. Aber Ethereum ist längst von Unternehmensberatungen wie Accenture entdeckt worden, weil das System auch Perspektiven für den Einsatz in traditionellen Unternehmen bietet.

Ripple war sogar von Anfang nicht als Alternative zum traditionellen Banksystem gedacht, sondern als Dienstleister dafür.

Die zweite Gemeinsamkeit: Ethereum und Ripple sind bis zu einem gewissen Grad zentral organisiert, was Entscheidungen und Weiterentwicklungen erleichtert. Zwar ist die Software im Grundsatz für jeden zugänglich. Aber bei Ethereum übernehmen der Vordenker Vitalik Buterin und die entsprechende Stiftung in der Schweiz eine gewisse Koordination, bei Ripple ist es das Unternehmen Ripple-Lab.

Die dritte Gemeinsamkeit: Ripple kommt schon seit Anbeginn ohne den unsinnigen Energieverbrauch aus, der ein großes Manko bei Bitcoins ist. Bei Ethereum, letztlich einer technischen Abspaltung vom Bitcoin, ist das zwar nicht der Fall. Aber von Anfang und bis heute gibt es dort zumindest das Ziel, eine neue technische Lösung zur Konsensbildung aller Beteiligten zu entwickeln, die voraussichtlich weniger Energie verbraucht.

Wer geglaubt hat, dass mit dem jüngsten Absturz der Bitcoins das Krypto-Märchen zu Ende ist, der dürfte sich daher täuschen. Die ganze Geschichte ähnelt vielmehr den Märchen aus eintausendundeiner Nacht: Mit jeder neuen Episode wird sie noch abenteuerlicher.

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