Kryptowährung US-Börsenaufsicht warnt Anleger vor Bitcoin-Derivaten

Die Kursexplosion bei Bitcoin und anderen Cyberdevisen hatte großes Interesse in der Finanzindustrie geweckt. Doch nun äußert die US-Börsenaufsicht SEC Bedenken und warnt vor Sicherheitsproblemen.
Update: 19.01.2018 - 19:35 Uhr Kommentieren
Bitcoin News: Bitcoin erreicht neue Rekordmarke Quelle: Reuters
Bitcoin-Kurs

Die US-Börsenaufsicht fordert mehr Transparenz.

(Foto: Reuters)

New YorkVor ein paar Wochen noch konnte es nicht schnell genug gehen. Die Chicagoer Börse Cboe zog überraschend den Handelsstart der Bitcoin-Futures vor, um ein paar Tage schneller am Markt zu sein als der größere  Konkurrent CME. Beide Handelsplätze hatten große Hoffnungen auf die Bitcoin-Derivate, mit denen Investoren auf den Preis der größten Kryptowährung spekulieren können, ohne diese selbst zu besitzen. Doch rund sechs Wochen nach dem Start ist die Nachfrage nach den Produkten verhalten und die Signale der US-Börsenaufsicht SEC deuten darauf hin, dass neue Arten von Kryptowährungen so schnell nicht an den Markt kommen.

In einem Schreiben an Fonds-Verbände warnte die Behörde vor Sicherheitsproblemen bei Anlageprodukten, die auf Kryptowährungen basieren und für eine breite Öffentlichkeit vorgesehen sind. Die zuständige SEC-Vertreterin Dalia Blass machte deutlich, dass es erst dann grünes Licht geben werde, wenn die Bedenken ausgeräumt seien.

„Es gibt eine Reihe substanzieller Probleme mit dem Investorenschutz, die geprüft werden müssen, bevor die Emittenten diese Fonds Investoren anbieten“, betonte Blass in dem am Donnerstag bekanntgemachten Brief. Sie forderte darin Antworten auf mindestens 31 detaillierte Fragen zum Zuschnitt der geplanten Produkte. So müsse geklärt werden, wie bei den anvisierten Investmentfonds und börsennotierten Fonds (ETFs) die Anlegergelder geschützt sind und die Preise festgelegt werden. Wichtig sei ferner, dass die Investoren die Risiken verstehen und eine Manipulation der Bitcoin-Märkte verhindert wird.

Der Brief ist ein Rückschlag für Tyler und Cameron Winklevoss, die Gründer der Kryptobörse Gemeni, die bereits seit Monaten versuchen, grünes Licht für einen Bitcon-ETF zu bekommen. Auch die New Yorker Börse NYSE will ETFs auf den Markt bringen, die es den Anlegern erlauben würden, mit Hebelwirkungen besonders stark von einem Anstieg oder Fall des Bitcoin-Preises zu profitieren.

Marktbeobachter hatten erwartet, dass die Futures die starken Kursschwankungen des Bitcoin ausgleichen würden und somit die Grundlage für ETFs und möglicherweise auch den Handel mit Optionen legen könnten. Das ist bislang nicht eingetreten. Der Bitcoin schwankte heftig in den vergangenen Wochen. Vor dem Handelsstart der Futures am 10. Dezember an der Cboe und am 18. Dezember an der CME hatte der Kurs deutlich zugelegt und Mitte Dezember kurzzeitig ein Allzeithoch von 20.000 Dollar erreicht. Danach jedoch ging es abwärts, kurzzeitig unter die Marke von 10.000 Dollar. Seit Donnerstag hat sich der Preis bei rund 12.000 Dollar stabilisiert.

Das Interesse an Bitcoin-Futures bleibt überschaubar. Auf Futures spezialisierte Investment-Berater, sogenannte CTAs, haben sich in einer internationalen Umfrage zurückhaltend geäußert. So gaben 73 Prozent der vom Analysehaus Barclayhedge befragten Manager an, sie würden Bitcoin-Futures nicht als eine nützliche Ergänzung zu ihrem Futures-Portfolio ansehen. 80 Prozent sagten, sie hätten keine Pläne, die Derivate entweder kurzfristig oder in den kommenden sechs Monaten zu handeln.

Die Technologiebörse Nasdaq hatte Ende Dezember angekündigt, im ersten Halbjahr 2018 ebenfalls Bitcoin-Futures anzubieten. Ob sich angesichts des mangelnden Enthusiasmus an den Plänen etwas ändert, ist unklar. Ein Nasdaq-Sprecher war nicht erreichbar.

Die Cboe denkt unterdessen weiter über Futures auf andere Kryptowährungen nach. So könnten künftig auch Futures auf die zweitgrößte Kryptowährung Ether gehandelt werden, heißt es in Branchenkreisen. Die Chicagoer Börse will jedoch nach der Übernahme des kleineren Konkurrenten Bats im vergangenen Jahr zunächst ihre Computerprogramme aufrüsten, bevor sie eine Ausweitung der Krypto-Futures angeht, hieß es. Für Anfang Februar ist ein Treffen von Politikern und Aufsehern in Washington geplant, um über die Regulierung von digitalen Währungen und ihren Derivaten zu diskutieren. So sollen unter anderem SEC-Chef Jay Clayton und der Chef der Derivateaufsicht CFTC, Christopher Giancarlo, mit Vertretern des Senats diskutieren. Beide Aufseher hatten in der Vergangenheit vor Abzocke in der Kryptowelt gewarnt.

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