Kupfer und Öl teurer
China-Effekt: Rohstoffpreise ziehen kräftig an

Inmitten der weltweiten Wirtschaftskrise nährt Chinas Industrie die Hoffnung auf eine baldige Erholung der globalen Konjunktur. Die Aussicht auf steigende Nachfrage beflügelt die Preise für Rohöl und Industriemetalle wie Kupfer .

HB FRANKFURT. Die Firmen erhielten erstmals seit vier Monaten wieder mehr Aufträge und bauten in Vorbereitung auf einen weiteren Anstieg der Nachfrage ihre Produktion aus: Der Einkaufsmanagerindex stieg bereits zum dritten Mal in Folge an und lag mit 49 Zählern nur noch knapp unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Wichtigster Grund für die bessere Stimmung in der chinesischen Industrie dürfte nach Einschätzung von Experten das umgerechnet knapp 470 Mrd. Euro schwere Konjunkturpaket sein, mit dem unter anderem die Infrastruktur des riesigen Landes ausgebaut werden soll.

Das half Analysten zufolge dem Kupfer-Preis auf die Sprünge, der um 1,3 Prozent auf 3572 Dollar je Tonne stieg. China ist der weltgrößte Kupferverbraucher. Analyst Kevin Norrish von Capital's sieht Chancen auf eine breit angelegte Rally, vor allem da sich der Kupferpreis derzeit von der negativen Stimmung an den Aktienmärkten abkoppele. Da unter anderem viele Investoren auf fallende Kurse gewettet hätten, sei Luft für einen heftigen Kurssprung. "4000 Dollar könnten nicht allzu abwegig erscheinen", sagte Norrish.

Auch Zink und Aluminium verteuerten sich am Mittwoch. Während es bei aber Kupfer zu einem merklichen Lagerabbau gekommen sei, werde in den Lagerhallen allerdings bei Aluminium nach wie vor mehr ein- als ausgeliefert, betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. "Dies spricht für eine anhaltende Outperformance von Kupfer gegenüber Aluminium in den kommenden Tagen."

Die positiven Nachrichten von Chinas Wirtschaft schoben auch den Ölpreis wieder an. Das Fass US-Leichtöl verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 43,20 Dollar. Ein Fass Brent kostete mit 44,76 Dollar rund 2,4 Prozent mehr. Hinzu kamen Händlern zufolge Spekulationen auf eine Angebotsverknappung durch die OPEC-Länder. Insgesamt warte der Markt wegen der anhaltenden Sorge vor einer Verschärfung der weltweiten Rezession weiterhin auf Orientierung. "Es ist weiter unklar, ob die Lage sich stabilisiert oder ob es schlechter wird", sagte ein Händler. Bei den anstehenden wöchentlichen US-Lagerdaten rechnen Experten mit einem Anstieg, was als Signal einer Nachfrageschwäche gewertet würde.

Eine Erholung an den Aktienmärkten verringerte das Interesse der Investoren an dem als krisensicher geltenden Gold. Der Preis für das Edelmetall, der im Februar noch die 1000-Dollar-Marke erreicht hatte, bröckelte auf 913 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ab, und lag damit 0,3 Prozent unter dem Vortageskurs.

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