Kurs des Edelmetalls bewegt sich in einem klar definierten Trendkanal
Charttechnik lässt auf steigenden Goldpreis schließen

Nachdem es zum Jahresanfang noch so ausgesehen hatte, als stehe die Aufwärtsbewegung des Goldes vor dem Ende, scheinen die Goldbullen mittlerweile wieder vorwärts zu stürmen.

DÜSSELDORF. Mit Blick auf die derzeitige charttechnische Situation ist ein nachhaltiger Anstieg über die zyklischen Hochstände vom Januar 2004 von 431 $ je Unze wahrscheinlich. Ein neues Hoch würde weiteres signifikantes Aufwärtspotenzial schaffen.

Zurzeit bewegt sich Gold in einem klar definierten Trendkanal. Dieser ist nach oben gerichtet. Dabei verläuft die obere Begrenzung bei 442 $. Diese Trendlinie war noch Anfang März im Stande, in Verbindung mit dem Hoch vom 5. Februar 2003 (389,50 $) einen weiteren Verfall des Goldpreises einzudämmen. Im Anschluss daran setzte eine dynamische Aufwärtsbewegung ein, in deren Verlauf auch der kurzfristige Abwärtstrend (aktuell bei 403 $) überwunden wurde. Somit hat die gesamte Korrektur den Charakter einer Flaggenformation, die die große Aufwärtsbewegung bestätigt.

Einem weiteren Anstieg steht momentan die massive Widerstandszone bei rund 430 $ im Weg. Hier liegen neben dem oben angeführten zyklischen Hoch mehrere alte signifikante Hochpunkte. Gelingt dieser Sprung, besteht zunächst Spielraum bis zur oberen Begrenzung des angeführten Aufwärtstrendkanals. Anschließend sind Kurse von 465 $ (Hoch von 1988) und sogar 500 $ (Hoch von 1987) möglich. Seitens der quantitativen Indikatoren weist der Trendfolger MACD ein Kaufsignal aus. Auch der weiter anziehende ADX, ein Maßstab für die innere Stärke der Bewegung, stimmt zuversichtlich.

Brüchig würde das positive Bild erst bei einem Fall aus dem Aufwärtskanal. Ernsthafte Risiken entstehen jedoch erst bei einem Schlusskurs unterhalb von 387 $, dem Tagestief vom 3. März dieses Jahres. In diesem Fall wäre eine Umkehrformation komplettiert.

Für eine Fortsetzung der Hausse spricht insbesondere, dass der jüngste Anstieg nicht durch einen Verfall des US-Dollars begleitet wurde. Entsprechend brach der in Euro berechnete Goldpreis seinen seit Mitte des letzten Jahres anhaltenden Abwärtstrend. Bezogen auf den Schweizer Franken gelang sogar der Anstieg auf den höchsten Stand seit 1997.

Vor diesem technischen Hintergrund halten wir Gold in den kommenden Wochen für ein interessantes Investment.

*Rainer Sartoris ist Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, Düsseldorf, und auf Charttechnik spezialisiert.

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