Kurs näherte sich gestern seinem 15-Jahres-Hoch – Rückläufige Produktion
Merrill Lynch prognostiziert weiteren Anstieg des Goldpreises

Der Goldpreis nimmt Kurs auf Jahrzehnte alte Marken. Am Montag kostete eine Feinunze des Metalls in New York 432 Dollar und näherte sich damit bis auf einen Dollar dem 15-Jahres-Hoch vom 1. April 1988 an. Analysten erwarten gar einen weiteren Anstieg des Preises im nächsten Jahr. Merrill Lynch & Co. geht davon aus, dass der Goldpreis 2005 so hoch steigen wird wie seit 17 Jahren nicht mehr.

HB LONDON. Auf dem gestrigen Niveau sieht Merrill-Fondsmanager Graham Birch noch Potenzial für einen Anstieg um mehr als 40 Dollar für Gold. Ein Preis von 475 Dollar je Unze sei realistisch, sagte Birch, der etwa 6,5 Mrd. Dollar (5,1 Mrd. Euro) für Merrill Lynch in London verwaltet. Er begründet seine Prognose mit der rückläufigen Goldproduktion. Zudem lägen die Goldverkäufe der europäischen Zentralbanken unter den Quoten. Birch erwartet, dass die Zentralbanken weltweit zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt wieder weniger Gold verkaufen. Im vergangenen Jahr hatten sie insgesamt 606 Tonnen Gold verkauft. Im März hatten sich die Europäische Zentralbank und die Notenbanken von Schweden und der Schweiz auf eine Obergrenze von 500 Tonnen pro Jahr bis 2009 geeinigt.

Für den kräftigen Preisanstieg in jüngster Zeit haben auch die wachsende Nachfrage von Goldschmieden aus China und der schwache Dollar gesorgt, sagte Birch. „Der Goldpreis ist innerhalb der vergangenen drei Jahre grob geschätzt um einen Dollar pro Woche gestiegen, und ich rechne damit, dass sich der Trend fortsetzt.“ Birch erwartet, dass Gold in den nächsten Wochen neue Jahreshöchststände markiert.

Die Goldproduktion in Russland und China wird voraussichtlich zunehmen, nachdem sich die Produzenten aus Ländern mit hohen Kosten wie Südafrika immer weiter zurückziehen, erklärten Birch und Merrill-Fondsmanager Evy Hambro. Im vergangenen Jahr wurde die Goldproduktion nach Daten des Marktforschers GFMS in China um fünf Prozent und in Russland um ein Prozent erhöht. Doch diese Produktionssteigerung kann den Rückgang beispielsweise in den Minen Südafrikas nicht wettmachen, erklärten die Fondsmanager.

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