Kursrutsch
Edelmetallpreise sacken ab

Nicht nur der Eurokurs plumpst auf ein Rekordtief: Die ungewisse Zukunft Europas trifft auch die Edelmetalle hart. Müssen sich Gold und Silber von ihrer Rolle als sicherer Anlegerhafen in Krisenzeiten verabschieden?
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Die Investoren fürchten, dass die Schuldenbelastung in Europa zu einer erneuten, weltweiten Finanzkrise führen könnte. Das belastet auch die Rohstoffmärkte. Auch die Edelmetalle, die lange Zeit als Krisenwährung gehandelt wurden, werden mitgerissen.

Als der Eurokurs am Mittwoch auf ein 11-Monats-Tief abrutschte, fielen auch Gold und Silber. Silber landete dabei mit 26,81 je Unze auf dem tiefsten Stand seit Januar, Gold kam mit 1550 Dollar je Feinunze auf dem tiefsten Stand seit fünf Monaten an.

Gold sei 2011 eine der wenigen Anlagen mit Kursgewinnen, sagte Rohstoff-Stratege Nick Treverthan von der ANZ Bank. Viele Anleger machten daher vor dem Jahresende noch einmal Kasse. Auf Jahressicht liegt Gold immer noch zehn Prozent im Plus.

Banken und andere Anleger versuchten derzeit, ihre Risiken dadurch zu senken, dass sie ihre Anteile verkauften, sagte Frank McGhee, Leiter der Edelmetallabteilung bei Integrated Brokerage Services, dem „Wall Street Journal“ und stellte dazu fest: „Für all das ist das Euro-Zonen-Debakel verantwortlich.“

Auch die Aufwertung der US-Währung macht Edelmetalle für Investoren außerhalb der USA unattraktiver. Der Dollar-Index lag am Donnerstag mit 80,729 Punkten nur knapp unter seinem Elf-Monats-Hoch von Mitte Dezember.

Silber-Anleger bekamen am Mittwoch noch eine weitere schlechte Nachricht: Die Metallnachfrage in China lässt nach - und ungefähr die Hälfte des Silberverbrauchs geht auf das Konto der Industrie. Als bester elektrischer Leiter unter den Metallen ist Silber etwa aus der Autoindustrie kaum wegzudenken. Es wird in einer großen Bandbreite von Produkten verwendet, von Solarzellen über Fernseher bis hin zur Fotografie.

Einen Silberstreif am Horizont sehen die Analysten nicht. „Das meiste Silber wird von Branchen gekauft, die stark vom Wirtschaftswachstum beeinflusst werden“, sagte Erica Rannestad, Analystin bei der CPM Group. „Ich sehe für 2012 nicht viel Raum für eine steigende Silber-Nachfrage.“

Andere Edelmetalle schlossen sich der Talfahrt an. Das unter anderem zur Herstellung von Auto-Katalysatoren benötigte Platin verbilligte sich um bis zu 2,4 Prozent auf 1349 Dollar je Feinunze und war damit so billig wie zuletzt im November 2009. Damit hat Platin seit Jahresbeginn knapp ein Viertel seines Wertes eingebüßt, mehr als das Schwestermetall Palladium (minus 21,4 Prozent) oder als Silber (minus 13 Prozent).

Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

Kommentare zu " Kursrutsch: Edelmetallpreise sacken ab"

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  • Außerdem gilt es, das Metall wieder in die Tresore zu bekommen - wie eben oben erwähnt.

  • Lieber Hossa, einer meiner Bekannten arbeitet als Drucker in der Nationalbank, was nicht heißt, dass er was wissen muss, weil ein Drucker nicht in die Absprachen einbezogen wird. Trotzdem hat er ähnliches schon mal erzählt, womit dies kein Unfug wäre. Beim Einsammeln von überschüssigem Geld werden eben verschiedene Parameter in Betracht gezogen - auch die kleinen Summen! Das Gesamtpaket schließlich erzeugt die Wirkung; - oder auch nicht! :-)

  • Die Omma und der Taxifahrer kaufen Gold, Goldautomaten und LIDL verkauft Gold. Das sollte einem zu denken geben. Es ist NIE das richtige zu tun, was alle tun.
    Ich habe auf fallende Goldkurse gesetzt und scheine damit goldrichtig zu liegen.

    Grüße,

    Torty

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