Kursrutsch: Goldminen-Konzerne enttäuschen Aktionäre

Kursrutsch
Goldminen-Konzerne enttäuschen Aktionäre

Während der Goldpreis in der Vergangenheit immer neue Höhen erklomm, waren Aktionäre mit Goldminenkonzernen schlecht bedient. Falsche Hoffnungen ließen die Förderkosten explodieren - die Konsequenzen sind gravierend.
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KapstadtWer in den vergangenen Jahren sein Geld in die Aktien der Goldförderer gesteckt hat, bewies keine glückliche Hand. Auch dann nicht, wenn er dem Rat von Analysten traute und in Schwergewichte der Goldminenbranche wie die kanadischen Barrick und Goldcorp, die Nummer eins und zwei am Markt, investierte. Beide haben in den vergangenen zwölf Monaten fast 20 Prozent an Wert verloren. Fast ebenso hoch waren die Verluste bei den beiden südafrikanischen Goldriesen Anglogold Ashanti und Gold Fields, die weltweit auf Platz fünf und sechs liegen.

Noch schlimmer als die Großen erwischte es jedoch kleine Goldförderer. Einer davon ist die lange Zeit als besonders wachstumsstark eingestufte Agnico-Eagle. Nachdem die Kanadier ihre Förderung in einer Mine in Quebec wegen der Instabilität des Gesteins im vergangenen Jahr einstellen und die Produktion komplett abschreiben mussten, ist ihr Kurs binnen zwölf Monaten um fast 50 Prozent gefallen.

Während Agnico-Eagle die Natur einen Strich durch die Rechnung machte, wurde Kinross die Expansion zum Verhängnis. Die Kanadier, Nummer vier am Markt, verhoben sich mit dem viel zu teuren Kauf des Konkurrenten Red Black Mining. Seitdem fällt der Kurs und erreichte in der vergangenen Woche 9,10 kanadische Dollar, den niedrigsten Kurs in mehr als fünf Jahren.

Doch für den jüngsten Rückschlag der Goldminenaktien dürfte die US-Notenbank verantwortlich sein. Sie will weniger lange als gedacht an der Politik des billigen Geldes festhalten. Das mindert die Inflationsgefahr und damit das Interesse an Gold. Gold und mit ihm Goldaktien gelten landläufig als Schutz gegen Inflation.

Branchenbeobachtern blieb aber auch nicht verborgen, dass die Abbaukosten bei vielen Unternehmen schneller stiegen als der Goldpreis. Dies gilt vor allem für Südafrika, weil die Lohnkosten stark zunahmen. Nun gehen die Preise rückwärts.

Und zusätzlich bringen Exchange Traded Funds (ETFs), die mit physischem Gold unterlegt sind, Goldminenaktien unter Druck. Anleger haben mit ETFs eine einfache Möglichkeit, direkt in das Edelmetall zu investieren – ohne die Risiken, die Minenaktien bergen, eingehen zu müssen. Wie beliebt die Gold-ETFs inzwischen sind, wird daran deutlich, dass ihr Gesamtvolumen inzwischen mehr als 2000 Tonnen repräsentiert – eine volle Jahresproduktion an Gold.

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Die Branche steckt im Betriebskosten-Dilemma

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  • Die Goldminenbranche, wie die kanadischen Barrick und Goldcorp, die Nummer eins und zwei am Markt, werden mit weiteren Verlusten zu kämpfen haben. Beide haben in den vergangenen zwölf Monaten fast 20 Prozent an Wert verloren. Fast ebenso hoch waren die Verluste bei den beiden südafrikanischen Goldriesen Anglogold Ashanti und Gold Fields, die weltweit auf Platz fünf und sechs liegen.
    Wenn die Goldbranche erfährt, dass es möglich sein wird, das Gold aus dem Meer zu gewinnen, werden die Verluste noch grösser werden. In einem Kubikkilometer Meerwasser befinden sich ca. 600 Kg Goldnanopartikel.
    Ich habe mir beim DPMA in München die Patentanmeldung mit dem Aktenzeichen 10 2010 048 112.2 "Goldgewinnung aus dem Meerwasser mittels Magnetismus" mit einigen Physikern angesehen. Anfangs waren wir sehr skeptisch, aber dann mussten wir uns selbst korrigieren, weil das Verfahren, die technischen Voraussetzungen uns überzeugt haben. Der Anmelder steht jetzt mit einigen TU`s in Verhandlungen, die über grosse Magnet/Forschungsanlagen verfügen, um ein Experiment unter Realbedingungen durchzuführen. Sollte die Durchführbarkeit nachgewiesen werden, so wird der Goldpreis sehr schnell in den Keller gehen. Was werden dann die grossen Goldnationen und die grossen der Goldminenbranche machen? Die Ausbeute an Gold soll dann angeblich bei einer Anlage bei ca. 600 Kg täglich liegen?
    Derzeit nur ein Traum, aber Träume können auch zu Wirlichkeit werden. Dass der Anmelder kein Spinner ist, beweisen schon seine weitere Patentanmeldungen und Gebrauchsmuster.

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