Kursrutsch nach wichtigem Signal - Durchbruch einer wichtigen Unterstützungszone droht
Ölpreis ist charttechnisch angeschlagen

Im November 2001 notierte der Ölpreis für die Sorte Brent Crude Oil am Spotmarkt noch bei etwa 17 US-Dollar je Barrel.

WIESBADEN. Seitdem zog der Preis kontinuierlich an und stieg entlang eines stabilen Aufwärtstrends, der mehrfach getestet, aber nie nachhaltig nach unten durchbrochen wurde, bis in die Region um 52 Dollar im Oktober dieses Jahres. Auf diesem Niveau bildete sich dann bis Ende Oktober eine obere Umkehrformation in Form eines Doppel-Tops – auch M-Formation genannt.

Solch eine klassische Umkehrformation bildet sich, wenn ein Kurs in einem Aufwärtstrend zweimal an einem besonders hohen Niveau scheitert und daraufhin die Marktstimmung ins Negative umschlägt. Die Hochpunkte des aktuellen Doppel- Tops liegen im Bereich von etwa 52,50 Dollar. Der Durchbruch des Ölpreises unter die Unterstützung der Umkehrformation bei 49 Dollar gab schließlich das charttechnische Signal für den weiteren Kursverfall. Der Chart zeigt deutlich, wie der Abwärtstrend nach dem Durchbruch dieser Marke an Dynamik gewann. Im Verlauf der Abwärtsbewegung stürzte der Ölpreis dann auch unter die Unterstützungszone im Bereich von 47,90 bis 46,50 Dollar.

Der Trendfolgeindikator MACD - dieser beschreibt Richtung und Stärke eines Trends - signalisiert noch klar den Abwärtstrend. Eine Abschwächung der Trenddynamik ist nicht zu erkennen. Auch der Stochastik-Oszillator, der überkaufte und überverkaufte Bereiche definiert,liefert noch keine nachhaltigen Aufwärtsimpulse. Der Indikator gerade in den unteren überverkauften Bereich gefallen. Ein Signal für eine Impulsumkehr nach Norden liefert er erst, wenn beide Indikatorlinien wieder in den neutralen Bereich steigen.

Klar definierbar sind die aktuellen Unterstützungen und Widerstände: Die nächste massive Unterstützungszone liegt zwischen 41 und 42 Dollar und leitet sich aus dem Kursverlauf von Juli bis September ab. Sollte diese nach unten durchbrochen werden, trifft der Ölpreis auf einen weiteren möglichen Halt bei 39,60 Dollar. Eine massive Kreuzunterstützung, die sich aus der Aufwärtstrendlinie und einer weiteren horizontalen Unterstützung bildet, verläuft dann erst wieder im Bereich zwischen etwa 35 und 36 Dollar.

Prallt der Ölpreis aber an der aktuellen Unterstützungszone ab, so fungiert der Bereich von 46,50 bis 47,90 Dollar als Widerstandszone. Endgültig frei wird der Weg nach oben aber erst, wenn die alten Hochs im Bereich um 52 Dollar überwunden werden. Diese Hochs stellen aber eine besonders massive Hürde dar, die auf Sicht der nächsten ein oder zwei Monate nicht überwunden werden sollte.

Dr. Gregor Bauer arbeitet als unabhängiger Portfolio-Manager und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands Technische Analyse.

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