Lagerbestände nicht unterschätzen: Rohstoffvorräte auf sehr niedrigem Niveau

Lagerbestände nicht unterschätzen
Rohstoffvorräte auf sehr niedrigem Niveau

Die Nachfrage nach Rohstoffen könnte in der Zukunft einen Dämpfer erhalten, zumindest wenn die für die USA prognostizierte Rezession eintrifft. Sollte dies jedoch nicht der Fall sein und die Nachfrage weiter steigen, werden Lieferengpässe die Preisentwicklung diktieren – und das wird teuer.

FRANKFURT. Das Zukunftsbild der Rohstoffmärkte ist von starker Unsicherheit gekennzeichnet. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Erwartung einer rezessiven Entwicklung in den USA rechnen die meisten Fachleute kurzfristig mit einer Minuskorrektur der Preise. So sieht das auch das Analysten-Team der US-Investmentbank Goldmann Sachs. „Wehe jedoch, wenn die USA nicht in eine Rezession geraten“, warnt deren Rohstoffanalyst David Greely im Handelsblatt-Gespräch vor einer möglichen Überraschung.

Vor dem Hintergrund der in allen Segmenten der Rohstoffmärkte extrem niedrigen Lagerbestände sei dann mit einer „Explosion der Preise“ zu rechnen.

Langfristig sehen die meisten Experten eh noch lange kein Ende des jetzt über rund sieben Jahre laufenden Super-Haussezyklus, dem allgemein eine Gesamtdauer von 15 bis 20 Jahren zugetraut wird.

Derzeit lebten die Rohstoffverbraucher von der „Hand in den Mund“, weil sie ihre Vorräte wegen der Rezessionsprognosen auf sehr niedrigem Niveau halten. Eine solche Vorratspolitik ist für Rohstoffverarbeiter kurzfristig mit geringeren Kosten verbunden. so dass die Bestände weltweit auf ein sehr niedriges Niveau abgesackt sind. Die Vorräte einzelner Agrarrohstoffe liegen auf dem niedrigsten Niveau seit 40 Jahren. Ziehe die Subprime-Krise in den USA keine Rezession nach sich, so dass die Weltwirtschaft weiter im Tempo vergangener Jahre wachse, wären Rohstoffverarbeiter gezwungen, die abgebauten Lagerbestände aufzustocken. Dieser Nachfrageschub würde der Rohstoffhausse dann zu neuer Dynamik verhelfen.

Kapitalanlegern rät Greely daher, die Entwicklung der US-Volkswirtschaft aufmerksam zu beobachten. Zu einer Übergewichtung rät er bei energetischen Rohstoffen sowie bei Sojabohnen und Mais. Am Goldmarkt rechnet er mit einer kräftigen Minuskorrektur.

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