Libyen
Gaddafis Geldquellen versiegen

Die EU friert einen libyschen Staatsfonds ein. Zudem ist der Handel mit libyschem Öl zum Erliegen gekommen. Offenbar wollen große Banken den Ölexport des Regimes nicht länger finanzieren.
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LondonDie Europäische Union hat wegen des Bürgerkriegs in Libyen die Beteiligungen des Staatsfonds an europäischen Firmen eingefroren. Alle 27 EU-Mitglieder hätten zugestimmt, den Staatsfonds Libyan Investment Authority (LIA) und vier weitere Institutionen auf die Sanktionsliste zu setzen, erklärten am Dienstag Diplomaten in Brüssel. Dies werde nun von Juristen geprüft und voraussichtlich bereits am Freitag in Kraft treten.  

Der Staatsfonds hat ein Volumen von umgerechnet rund 50 Milliarden Euro und hält Beteiligungen in vielen Branchen wie Finanzen, Energie und Immobilien. Der Fonds besitzt unter anderem Anteile der italienischen Bank UniCredit, die der Mutterkonzern der HypoVereinsbank ist. Ein Sprecher von UniCredit teilte mit, sollte die EU-Entscheidung bestätigt werden, würden die Stimmrechte libyscher Anteilseigner auf Eis gelegt.

Der Staatsfonds LIA hält 2,6 Prozent der Unicredit-Aktien. Außerdem ist LIA am Autobauer Fiat und dem italienischen Raumfahrt- und Rüstungskonzern Finmeccanica beteiligt. Er hält auch 7,5 Prozent am Fußballclub Juventus Turin, dem Rekordmeister Italiens. LIA besitzt zudem mehr als drei Prozent des Medienkonzerns Pearson, zu dem die „Financial Times“ gehört.  

Auch Luxemburg hat nach Angaben von Finanzminister Luc Frieden zwei Konten der libyschen Zentralbank und des Staatsfonds LIA eingefroren. Auf den Konten lägen weniger als eine Milliarde Euro, ergänzte ein Sprecher des Finanzministeriums.  Die EU hat bereits neben einem Waffenembargo eine ganze Reihe von Sanktionen gegen den libyschen Machthaber Muammar Gaddafi und seine Familie verhängt.

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