Liquiditätsmanagement
Experten sehen Chancen am Geldmarkt

Aktives Anlagemanagement der Barreserven ermöglicht überdurchschnittliche Renditen. Doch weder die Finanzabteilungen der Unternehmen noch die institutionellen Investoren sind sich bislang der Renditechancen bewusst, die in der aktiven Verwaltung von Barmitteln liegen, wie Peter W. Knight von HSBC Investments sagt.

FRANKFURT. „Die Optimierung des Liquiditätsmanagements wird für alle Beteiligten immer wichtiger“, sagt Knight, der bei HSBC Investments in New York für den Unternehmensbereich Liquidität zuständig ist. Durch gezielte und optimierte Strategien seien am Geldmarkt überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

Der Experte macht das an einem konkreten Beispiel fest: Während eine einfache Investition am Geldmarkt – also die Anlage in Zins bringenden Titeln von bis zu einem Jahr Laufzeit – im Interbankensatz Euro-Libid seit 2003 durchschnittlich eine Rendite von 2,31 Prozent brachte, habe das aktiv gemanagte Geldmarkt-Instrument „Euro Liquidity“ ein Plus von durchschnittlich 2,46 Prozent pro Jahr erzielt.

Solche höheren Renditen lassen sich nach Einschätzung von Knight dadurch erreichen, dass die Liquidität aktiv in kurz laufende Geldmarktinstrumente und unterjährige Anleihen von Wirtschaftsunternehmen investiert wird. Dabei spiele jedoch die Steuerung des Bonitätsrisikos eine nicht unerhebliche Rolle. „Das derzeit positive Umfeld an den Kreditmärkten ist nicht gerade typisch“, verweist Knight auf zuletzt deutlich geschrumpfte Risikoprämien von Unternehmenskrediten. Asset-Manager, die im Rahmen des Liquiditätsmanagements in Geldmarktinstrumente investieren, sollten daher zuvor klare Kriterien für das Bonitätsrisiko festlegen, rät Knight. Wer diese Ratschläge konsequent umsetze, könne mit Investments am Geldmarkt Renditen erzielen, die deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen. Sowohl Banken, Fonds, Versicherungen und Pensionskassen als auch Gesellschaften aus den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen könnten durch ein solch aktives Anlagemanagement einen erheblichen Mehrertrag erzielen.

In den vergangenen Jahren habe sich die Geldmenge in der Welt kräftig vermehrt. "Die Akteure in der Weltwirtschaft sitzen auf einem Liquiditätsberg in Höhe von mehr als 40 Billionen US-Dollar“, sagt Peter W. Knight. Von den mehr als 40 Billionen Dollar entfallen rund 8,36 Billionen auf die Euro-Zone. „Damit gehen auch entsprechende Risiken für die Preisstabilität in der Welt einher“, sagen Knight und HSBC-Chief Investment Officer Neil Ellerbeck. Für die Ausweitung der Geldmengen führen die beiden Fachleute vor allem zwei Gründe an. Zum einen habe die positive wirtschaftliche Entwicklung der Globalökonomie zu einer deutlichen Verbesserung der Ertragslage auf Seiten der Unternehmen geführt. Zum anderen hätten die Notenbanken die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren in recht üppiger Weise mit billigem Geld versorgt.

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