London Metal Exchange
Handelsbeschränkungen stoppen Hausse der Nickelpreise

Die London Metal Exchange (LME), die weltweit größte Metallbörse, reagiert auf die aktuelle Nickelknappheit mit einer Gebührenerhöhung für spekulative Transaktionen. Zwar fiel der Preis für Nickel am gestrigen Donnerstag, die Maßnahme soll dem Markt aber Sicherheit geben.

Bloomberg LONDON. Der Preis für Nickel ist am Donnerstag erstmals seit sieben Handelstagen gefallen. Der Dreimonatskontrakt sank an der London Metal Exchange um 2,1 Prozent auf 28 500 Dollar je Tonne. Die LME hatte Handelsbeschränkungen verhängt, um eine Nickelknappheit zu entschärfen.

Die weltgrößte Metallbörse hatte am Mittwoch mit Wirkung zum Freitag die Gebühr für die auf fallende Preise setzenden Leerverkäufer auf 300 Dollar die Tonne angehoben, wenn das Metall nicht zum Liefertermin zur Verfügung steht. Zuvor hatten sinkende Lagerbestände den Preis für das Metall auf einen Rekordwert nach oben getrieben. Der Nickelpreis erreichte am Mittwoch 29 200 Dollar je Tonne den höchsten Stand seit mindestens 1987. Der Preis hat sich dieses Jahr mehr als verdoppelt. Das Metall wird unter anderem bei der Edelstahlproduktion benötigt.

Die LME verhängte erstmals seit 1988 derartige Beschränkungen für Nickel. „Das wird wahrscheinlich den Markt stören. Sehr wahrscheinlich werden die Akteure eine Zeit lang die Käufe einstellen“, sagte Gueorgui Pirinski, Edelstahlexperte bei dem Metall-Analystenhaus CRU in London.

Die von der LME beobachteten Nickel-Lagerbestände sind laut dem täglichen Börsenbericht auf 6 120 Tonnen gesunken. In diesem Jahr schrumpften sie bereits um 83 Prozent. Das Angebot an Nickel wird 2006 voraussichtlich nicht mit der Nachfrage Schritt halten. Der weltweit zweitgrößte Nickelproduzent Inco prognostizierte im Juli eine Angebotslücke von 30 000 Tonnen. Angetrieben wird die starke Nachfrage von den Edelstahlherstellern.

„Die von der LME ergriffenen Maßnahmen geben dem Markt Sicherheit und gewährleisten, dass es bei Marktteilnehmern nicht zu einem Ausfall kommt“, sagte der LME-Vorstandsvorsitzende Simon Heale. Die Umstände der Nickelknappheit seien so „außergewöhnlich“, dass die Börse interveniert habe. „Es handelt sich um einen unglaublich angespannten Markt.“ Die LME hatte im August 2005 ähnliche Handelsbeschränkungen für Zink verhängt, als von der Börse beobachtete Lagerstätten in New Orleans durch den Hurrikan „Katrina“ gelitten hatten.

„Es gibt eine echte Nickelknappheit“, berichtete Friedrich Kernstock, Händler für Industrie- und Edelmetalle bei Kernco Metal Trading in Österreich. Physisch sei das Metall bis Ende Oktober nicht zu bekommen, hätten Nickelproduzenten berichtet, die seinen Arbeitgeber beliefern. Acerinox, Spaniens größter Edelstahlhersteller, begrüßte die Beschränkungen. „Wenn damit Spekulationen vermieden werden, ist es gut“, sagte Acerinox-Sprecher Carlos Lora.

Die drei größten chinesischen Edelstahlproduzenten haben vergangenen Monat die Produktion zurückgefahren, um einen weiteren Anstieg des Nickelpreises zu vermeiden. Das Land löste im vergangenen Jahr Japan als weltweit größten Nickelkonsumenten ab. Die Nachfrage stieg innerhalb eines Jahres um 30 Prozent auf 195 000 Tonnen, berichtete die International Nickel Study Group.

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