Machtzuwachs bei Produzenten
Gas droht knapp zu werden

Erdgas ist weltweit auf dem Vormarsch. Auf den Wärmemärkten ist der Energieträger bereits führend, und auch in der Stromproduktion und im Verkehrssektor stößt das Gasgemisch auf wachsendes Interesse.

DÜSSELDORF. Der als CO2-arm geltende Energieträger Erdgas ist weltweit auf dem Vormarsch. Auf den Wärmemärkten liegt Erdgas bereits auf Rang eins. In der Stromproduktion gewinnt es immer mehr Marktanteile, und im Verkehrssektor eröffnen sich attraktive Absatznischen. Weltweit gibt es reichlich Vorräte an Erdgas; physische Mangellagen zeichnen sich nicht ab. Die bekannten Gasreserven sind wie die Ölvorräte jedoch auf geopolitisch unsichere Regionen und Lieferanten verteilt. Auf den Nahen Osten entfallen 41 Prozent, auf die ehemalige UdSSR 32 Prozent.

Die Kosten der Erdgasgewinnung werden künftig überdurchschnittlich steigen. Auch die Aufwendungen für Transport- und Umwandlungsinfrastruktur wachsen stark. Den Erdgasproduzenten fällt immer mehr Macht zu. Davon ist die Mehrzahl der Energieexperten überzeugt. Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris warnt bereits, für Europa drohten Engpässe beim Gasbezug. Der IEA-Exekutivdirektor Claude Mandil fürchtet, dass Russlands Gazprom, mit Abstand weltweit größtes Gasförderunternehmen, in einigen Jahren „in Lieferengpässe im Verhältnis zu den bestehenden Verträgen“ geraten könnte.

Solange Russland die Europäische Energiecharta nicht unterzeichnet, besteht die Gefahr, dass ausländische Energieunternehmen Investitionen in russisches Erdgas hinauszögern. Es seien gigantische Investitionsbeträge notwendig, um den wachsenden Bedarf an Russlands Gaslieferungen zu decken, so die IEA. Ohne kalkulierbare Eckdaten könnten solche Engagements stark verzögert werden. Hinzu kommt, dass die von der Gazprom geplante Expansion in das westeuropäische Vertriebssystem auf große Vorbehalte stößt. Gazprom müsse sich bei seiner Expansion nach Europa an die EU-Wettbewerbsregeln halten, stellt Brüssel in Richtung Moskau heraus. Sowohl die IEA als auch die EU-Kommission fordern, dass Russlands Regierung das Transport- und Exportmonopol der Staatsgesellschaft Gazprom beseitigt.

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