Mahnung zu Investitionen in Fördertechnik
Ölreserven reichen noch für 40 Jahre

Trotz des international hohen Energieverbrauchs sind die Ölreserven so schnell nicht erschöpft.

HB HAMBURG. Energie-Experten zufolge sind die explodierenden Preise für Rohöl nicht auf eine fundamentale Unterversorgung, sondern vor allem auf Spekulationen an den Finanzmärkten zurückzuführen. Auch die Energieträger Kohle und Gas reichen nach Expertenschätzung noch einige Zeit. Allerdings mahnen sie auch zu mehr Sparsamkeit und weiterer Forschung an modernen Technologien.

Die Menge der bestätigten Ölreserven liegt laut Mineralölwirtschaftsverband (MWV) bei etwa 181 Mrd. Tonnen, was bei heutigem Verbrauch etwa zwischen 40 und 50 Jahre reicht. Dazu kommen weitere Ölmengen, die vermutet werden, aber noch nicht durch Bohrungen bestätigt sind. Als Beispiele gelten zum Teil die kanadischen Ölsande und Öl aus schwer zu erschließenden Tiefseeregionen. Die Reichweite beim Gas liegt bei heutigem Verbrauch demnach etwa noch bei 60 Jahren und die von Kohle deutlich darüber.

Erschließung von Vorräten ist ein Problem

Die hohen Preise machen die Förderung von schwer zu erschließendem Öl wieder attraktiv, sagte der Chefredakteur des Energie-Informationsdienstes, Rainer Wiek, der Nachrichtenagentur AP am Dienstag. Dazu seien allerdings technische Innovationen erforderlich, zu denen in erster Linie die privaten internationalen Ölgesellschaften in der Lage seien. Deren Problem sei allerdings, dass sie nur selten auf die großen Vorkommen der Welt Zugriff hätten. Ein Großteil der weltweiten Reserven befinden sich demnach in der Hand staatlich kontrollierter Öl- und Gasfirmen, die ausländische private Investoren nur selten zum Zuge kommen lassen.

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Das Kernproblem sind laut Wiek daher nicht die Reserven, sondern die Investitionen zu deren Erschließung: „Öl ist noch genug da. Die Frage ist nur, ob wir es der Entwicklung des Bedarfs entsprechend rechtzeitig und ausreichend dem Markt zur Verfügung gestellt bekommen.“

Die weltweit größten Forderstaaten waren 2007 laut MWV Saudi-Arabien und Russland. Diese beiden Staaten haben einen Anteil von jeweils knapp 13 Prozent am weltweiten Rohölangebot. Dann folgen die USA und Iran.

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