Mangel an Konjunkturdaten
Atempause für den Euro

Nach deutlichen Kursverlusten in den vergangenen Wochen hat der Euro zum Dollar am Mittwoch wieder zugelegt. Die Bewertung der unterschiedlichen Konjunkturerwartungen für die USA und die Euro-Zone sei vorübergehend in den Hintergrund getreten, da am Mittwoch keine wichtigen Konjunkturdaten zur Veröffentlichung anstünden, sagten Devisenhändler.

Reuters FRANKFURT. Die Aussichten auf eine konjunkturelle Erholung sind derzeit für die USA ungleich günstiger als für die Euro-Zone. Das ging am Mittwoch auch aus einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden Berichtsentwurf des Internationalen Währungsfonds hervor.

Die Konjunkturaussichten stärkten zuletzt den Dollar und setzten den Euro unter Druck. Am Dienstag war die Gemeinschaftswährung auf ein Vier-Monats-Tief von 1,0792 Dollar gefallen. Am Mittwoch notierte der Euro am Nachmittag mit 1,0913 Dollar nach 1,0863 Dollar am Vorabend in New York. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,0895 (Dienstag 1,0811) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,0907 (1,0816) Dollar.

„Der Markt legt eine Atempause ein, aber die ungleichen Voraussetzungen für die wirtschaftliche Erholung schaffen einige Gelegenheiten zum Handeln“, sagte Währungsanalyst Stephen Jen von Morgan Stanley. „In der Vergangenheit hat der Euro zugelegt, weil es kaum eine andere Möglichkeit zum Investieren gab. Jetzt scheint es überall besser zu sein, sein Geld anzulegen.“ Händler sprachen angesichts des Euro-Anstiegs vom Mittwoch von Gewinnmitnahmen beim Dollar. Angesichts der Erwartung einer positiveren Entwicklung der US-Konjunktur im Vergleich zur Euro-Zone rechnen Marktteilnehmer für die nächste Zeit insgesamt eher mit weiteren Verlusten des Euro zur US-Valuta. „Ich denke, das ist nur das vorläufige Ende der Verkäufe“, sagte ein Analyst. Ein Kollege erklärte: „Die Leute verbuchen ihre Gewinne, nachdem der Dollar nach guten US-Daten am Dienstag nicht weiter gestiegen ist.

Mit Impulsen für den Devisenmarkt von Seiten neuer Konjunkturdaten rechnen Marktteilnehmer erst ab Donnerstag wieder. Dann werden in den USA vorläufige Zahlen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal sowie Daten zu den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Für Freitag stehen dann der deutsche GfK-Konsumklimaindikator für September, der Index für das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan für August, der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago im August sowie Zahlen zur Entwicklung der persönlichen US-Einkommen im Juli auf dem Veröffentlichungskalender.

Dass die Konjunktur in der Euro-Zone noch hohe Hürden nehmen muss, deutete am Mittwoch ein Berichtsentwurf des IWF an, der Reuters vorlag. Für die Euro-Zone wird der IWF seine Wachstumsprognose für 2003 dem Entwurf zufolge auf 0,7 von zuvor 1,1 % senken. Dagegen wird der Fonds an seiner Erwartung festhalten, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 % wachsen wird. In Deutschland - der größten Volkswirtschaft des Währungsgebiets - sieht der IWF das Risiko einer leicht negativen Inflationsrate und eines geschwächten Finanzsektors.

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