Mangel an Zinkkonzentrat führt zu Produktionslücke
Analysten sagen steigenden Zinkpreis voraus

Die Auswirkungen des Hurrikans „Katrina“ haben den Zinkpreis nur kurzzeitig ansteigen lassen. Binnen zweier Tagen legte er um fünf Prozent zu. Der Grund: Immerhin 44 Prozent der weltweiten Börsenbestände dieses Metalls werden in New Orleans aufbewahrt. Seither hat sich der Preis mit etwa 1 400 Dollar je Tonne wieder auf den Stand von vor „Katrina“ zurückgebildet.

HB LONDON. Inzwischen gelten die Bestände in New Orleans als gesichert und unbeschadet. Speziell die Welt-Stahlindustrie atmet auf, braucht diese doch über die Hälfte des Metalls für die vor Rost schützende Beschichtung ihres Produkts. Zink wird überdies häufig zur Produktion von kostengünstigen Gussteilen für die schnelle Fertigung von großen Stückzahlen verwendet. Das Spektrum reicht von der Kfz-Industrie, dem Maschinen- und Apparatebau, Baubeschlag, Sanitärindustrie, der Feingeräte- und Elektrotechnik bis hin zu Gebrauchsgegenständen und Spielzeugen.

An der fundamentalen Einschätzung der Versorgungslage in den nächsten zwei bis drei Jahren hat sich damit kaum etwas geändert. Das Gros der Analysten sagt für diesen Zeitraum stabile bis steigende Preise voraus. Zink ist laut Goldman Sachs das einzige Metall, bei dem noch 2006 ein Produktionsdefizit zu erwarten ist. Bei Kupfer und Aluminium beispielsweise werden dann Produktionsüberschüsse auf den Preis durchschlagen.

Bei Zink leidet der Markt schon seit einiger Zeit unter erheblichem Mangel an Zinkkonzentrat. Die Bergwerke können seit 2003 mit der boomenden Nachfrage vor allem aus der Stahlindustrie nicht mehr Schritt halten. 2004 erhöhte sich der Weltzinkverbrauch mit 6,5 Prozent um den höchsten Satz seit 30 Jahren. Der Preis für raffiniertes Zink stieg in den letzten drei Jahren um fast 60 Prozent.

China, über Jahre ein wichtiger Exporteur am Weltmarkt hat sich inzwischen wegen des rapide gestiegenen Eigenbedarfs zum Netto-Importeur gewandelt. Das Land fördert ein Fünftel der Zinkerze weltweit und hat einen Anteil von 23 Prozent an der Weltzinkproduktion.

Trotz des kräftigen Preisanstiegs blieb Zink noch für die meiste Zeit hinter den „Highflighern“ der Metalle wie beispielsweise Kupfer und Nickel zurück. „Zink hat es an sich, bei den Preiszyklen des Sektors als Nachzügler aufzutreten“, meint Ingrid Sternby von Barclays Capital. Manche Analysten führen dies zumindest im jetzigen Zyklus auf die langsamer als bei den übrigen Metallen geschrumpften Vorräte zurück.

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