Mario Draghi in Jackson Hole
Ein Schweigen, das dem Euro hilft

Der Euro ist auf dem Weg, mehr als 1,20 Dollar wert zu sein. Und weil Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank, sich bedeckt hält, strotzt die Währung weiter vor Kraft.
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FrankfurtManchmal bedeutet das Nichtgesagte mehr als tausend Worte. Als sich Ende vergangener Woche die führenden Notenbankchefs dieser Welt in Jackson Hole trafen, waren die gesagten Worte zur Geldpolitik nahezu so beschaulich wie ihr Treffpunkt in den Rocky Mountains. Denn viel war von den Notenbankern, vor allem aber von Mario Draghi, dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), nicht erwartet worden. Seit Tagen hatte die EZB die Erwartungen an seine Rede gedämpft. Dementsprechend kam es auch: Draghi gab keinen Ausblick darauf, wie es mit den Anleihekäufen durch die Notenbank weitergehen soll, wenn sie im Dezember auslaufen.

Geschwiegen hat er allerdings auch zum in diesem Jahr kräftig gestiegenen Euro-Kurs. Und genau das zeigte Wirkung – und löst bei Analysten weitere Aufwärtsfantasien für die europäische Gemeinschaftswährung aus. Gegenüber dem US-Dollar schoss sie noch am Wochenende auf bis zu 1,1963 Dollar je Euro. So stark war der Euro seit Anfang 2015 nicht mehr. Am Montag gibt der Euro nur wenig des Zugewinns ab und notiert am Vormittag bei 1,1931 Dollar. „Der Aufwärtskanal ist aber intakt“, urteilt Ullrich Wortberg von der Helaba. Die Handelsspanne reiche von 1,18 bis 1,20 Dollar je Euro.

Die runde Marke von 1,20 Dollar ist also in Reichweite. Dies war von Devisenanalysten zu Beginn des Jahres noch kategorisch ausgeschlossen worden. Aufgrund der Konjunkturstützungs-Versprechen des neuen US-Präsidenten Donald Trump schienen Euro und Dollar auf bestem Wege zur Parität, also hin zu einem Wechselkurs ein Euro gegen einen Dollar. Wegen der ausbleibenden Stimuli aber wendete sich der Kurs. Jetzt scheint die Euro-Stärke ungebrochen.

Mario Draghi hätte ihr in Jackson Hole zumindest einen Dämpfer verpassen können. Kommentare zur Währung ließ er aber aus. „Als er sich auf der Juli-Pressekonferenz gleichgültig gegenüber den Euro-Wechselkursen gab, war das der Startschuss für die Euro-Dollar-Bewegung vom 1,15er-Bereich in die Region um 1,18“, erklären die Analysten der Commerzbank. „Draghi muss diesmal also sehr genau gewusst haben, dass jede Gelegenheit, bei der er nichts zur gegenwärtigen Euro-Stärke sagt, diese weiter befeuert. Eben das ist am Freitag passiert.“

Dennoch mahnen die Experten der Commerzbank, die Signale nicht überzuinterpretieren. Draghi müsse einen starken Euro nicht ewig tolerieren. Durchaus könnte es gerade für die eher schwächeren Länder in der Euro-Zone zum Problem werden, wenn die Währung zu stark wird. Denn je höher der Euro steigt, desto teurer werden ihre Waren auf dem Weltmarkt. Ihre Wettbewerbsfähigkeit sinkt. Das wiederum könnte sich negativ auf die Inflation auswirken, und genau die will die EZB ja weiter nach oben treiben und nicht abwürgen.

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Lockere Geldpolitik laut Draghi weiter gerechtfertigt

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  • @Herr Günther Heck
    es ist üblich unter in Deutschland lebenden Ausländern oder eingedeutschten Bürgern, die aus ärmeren Ländern kamen, dass sie dort Haus und Grunstücke besitzen. Die EU ist grenzenlos uns profitabel für Abzocker.

    Der Euro ist immer noch unterbewertet. Verschiedene Ökonomen meinen 1,30 bis 1,40 $ für einen Euro sei richtig.

  • G. Nampf@Beim Vermögen des Schreibers irrelevant.

  • @ Tomas Maidan 28.08.2017, 11:30 Uhr


    "... dass Du meine Dollar Ersparnisse ruiniert hast."

    Das nennt sich "Fremdwährungsrisiko" ist ein ganz normaler Vorgang.

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