Markt favorisiert aber den Dollar
Euro kann sich von Vortagesverlusten leicht erholen

Der Euro hat sich am Dienstag über seinem am Vortag erreichten Vier-Monats-Tief zum Dollar gehalten.

HB FRANKFURT. Angesichts der positiven US-Konjunkturdaten der jüngsten Zeit spreche auf längere Sicht aber vieles für eine Fortsetzung der Abwärtsbewegung beim Euro, sagten Börsianer.

„Der Grund für die leichte Erholung beim Euro ist eine technische Reaktion auf die Verluste der vergangenen Tage“, sagte Dorothea Huttanus, Devisenanalystin bei der DZ Bank. „Das übergeordnete Bild spricht allerdings dafür, dass der Euro weiterem Druck nach unten ausgesetzt sein wird.“ Darauf deuteten sowohl technische als auch fundamentale Faktoren. „Die starken US-Konjunkturdaten sprechen für den Dollar und gegen den Euro“, ergänzte sie. Auch Antje Praefcke, Händlerin bei der Helaba, äußerte sich ähnlich: „Aktuell favorisiert der Markt den US-Dollar gegenüber allen Hauptwährungen.“

Der Euro notierte gegen Mittag bei 1,2050 Dollar nach einem Schlusskurs in New York von 1,2000 Dollar am Vortag. Zuvor war die Gemeinschaftswährung auf den tiefsten Stand zum Dollar seit vier Monaten bei Kursen unter 1,20 Dollar gefallen. Am vergangenen Donnerstag hatte sich der Euro zeitweise noch Kursen bei 1,24 Dollar genähert.

Vor allem der überraschend deutliche US-Stellenzuwachs im März hatte am Freitag dann die massiven Kursverluste der Gemeinschaftswährung ausgelöst. Die überraschend positiven US-Arbeitsmarktdaten nährten Spekulationen über eine früher als erwartete Zinserhöhung der US-Notenbank Fed, sagten Börsianer. Höhere Leitzinsen in den USA würden Anlagen in US-Dollar für Anleger attraktiver machen.

Im Gegensatz zu den USA hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland im März unerwartet deutlich verschlechtert. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte, sank die Zahl der registrierten Arbeitslosen von Februar auf März zwar um rund 93.600 auf 4,547 Millionen. Nach Herausrechnen der jahreszeitlichen Einflüsse stieg die Erwerbslosenzahl aber um 44 000 auf insgesamt 4,344 Mill.. Diese Zahl dürfte kaum dazu beitragen, für Entlastung beim Euro zu sorgen, kommentierte Devisenanalyst Carsten Fritsch die deutschen Arbeitsmarktdaten.

Nach den US-Arbeitsmarktdaten hatte am Montag auch der an den Finanzmärkten stark beachtete Service-Index des Institute for Supply Management (ISM) auf eine Verbesserung der US-Konjunktur hingewiesen. Der Index stieg im vergangenen Monat auf den Rekordstand von 65,8 Punkten nach 60,8 Zählern im Februar. Volkswirte hatten für März im Schnitt nur einen Anstieg auf 61,5 Punkte prognostiziert.

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