Markt-Vorhersage
IEA senkt erneut Prognose für Ölnachfrage

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat ihre Prognose für die weltweite Nachfrage nach Öl erneut nach unten korrigiert. Anleger ignorierten die Vorhersage jedoch, die Preise für Öl stiegen am Mittwoch leicht.
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Paris / FrankfurtDie Internationale Energieagentur (IEA) erwartet angesichts schwacher Wachstumsprognosen einen langsameren Anstieg der Ölnachfrage. Sie korrigierte ihre Vorhersagen erneut nach unten. Im Jahresdurchschnitt 2011 wird nun mit einer weltweiten Nachfrage von 89,2 Millionen Barrel pro Tag gerechnet. Dies würde im Jahresvergleich einem Wachstum um 1,0 Millionen Barrel pro Tag (plus 1,1 Prozent) entsprechen, teilte die Organisation am Mittwoch in Paris mit. Zuletzt war die IEA davon ausgegangen, dass die tägliche Nachfrage um 50.000 Barrel (je 159 Liter) höher liegen würde.

Für 2012 prognostizieren die Experten nun eine Nachfrage von 90,5 Millionen Barrel pro Tag. Dies würde im Jahresvergleich einem Wachstum um 1,3 Millionen Barrel pro Tag (plus 1,3 Prozent) entsprechen. Die zurückliegende Schätzung hatte um 210.000 Barrel höher gelegen.

Optimistisch beurteilt die Internationale Energieagentur unterdessen die Situation im vom Bürgerkrieg erschütterten Libyen. Nach sechsmonatigen Stillstand laufe die Ölförderung dort erfolgreich wieder an. In den letzten drei Monaten des Jahres sei mit einer durchschnittlichen Fördermenge von 400.000 Barrel pro Tag zu rechnen, teilte die IEA mit.

Als Risikofaktor werden allerdings mögliche Machtkämpfe im Übergangsrat sowie bei der National Oil Corporation (NOC), im Ölministerium und auf den Ölfeldern selbst gesehen. Nach Angaben der NOC soll bereits Ende 2012 wieder auf dem Vorkriegsniveau gefördert werden.

Anleger ignorierten am Mittwoch jedoch die Prognosen der IEA. Kursverluste beim Dollar die Öl-Future für viele Anleger wieder attraktiver gemacht. Vor allem Brent war gesucht und kletterte um 0,7 Prozent auf 111,51 Dollar. US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 86,30 Dollar 0,6 Prozent mehr. Ein schwacher Dollar macht Öl als Anlage für Investoren aus dem Nicht-Dollar-Raum attraktiver.

Daneben sei eine relativ geringe Vorratshaltung Grund für den Preisanstieg beim Brent, sagten Händler. So habe es Ausfälle in einigen Ölfeldern in der Nordsee gegeben. Europaweit trimmten die Raffinerien ihre Produktion.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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    Ich würde gerne wissen, wieviel Milliarden Dollar oder welche Versprechen die Europäer den Amis abringen konnten, damit man über das 30% günstigere Erdöl, über das die Amis verfügen nicht spricht. Nicht nur nicht spricht, sondern die Europäer den Amis den Preis nicht streitig machen.

    Was bleibt zwei Losern auch übrig, als sich gegenseitig das Versprechen abzuringen, nicht über ihre mentale Armut zu sprechen.
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  • Trimmen bedeutet in diesem Fall künstlich verknappen um den Preis in die Höhe zu treiben?

    Schönen Tag noch.

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