Marktbericht Rohstoffe
Sinkende Reserven lassen Ölpreis steigen

Ein massiver Rückgang der Ölreserven hat den Preis am internationalen Rohölmarkt am Donnerstag nach oben getrieben.

HB FRANKFURT. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseeölsorte Brent zur Lieferung im Mai verteuerte sich um 66 US-Cent auf rund 68,50 Dollar. US-Öl legte 74 Cent auf 62,73 Dollar zu. Die Öl-Vorräte der Industrieländer haben am Jahresanfang so stark abgenommen wie seit elf Jahren nicht mehr. Angesichts der Förder-Drosselung in den Opec-Ländern dürften die Lagerbestände in den nächsten Monaten weiter sinken, warnte die Internationale Energiebehörde (IEA) in London.

Die Vorräte der OECD-Länder seien allein im Februar um 80,5 Millionen Barrel gefallen. Im ersten Vierteljahr dürften die Lager damit insgesamt um etwa eine Million Barrel pro Tag schrumpfen - dies wäre der stärkste Rückgang zu Jahresanfang seit Anfang 1996. „Die Öl-Förderung bleibt unter dem Niveau, dass für den üblichen Lageraufbau im Frühjahr nötig wäre“, erklärte die IEA, die 26 Industrieländer berät.

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Am Markt für Industriemetalle kletterte der Preis für Kupfer auf den höchsten Stand seit sieben Monaten. Händler nannten zur Begründung sinkende Lagerbestände bei gleichzeitig anziehender Nachfrage aus den USA und China. Auch ein Streik in einer der größten Kupferminen Chiles sei für das Plus auf bis zu 7970 Dollar je Tonne verantwortlich. So teuer war Kupfer zuletzt im September. „Es ist vor allem die zunehmende Knappheit bestimmter Kupferprodukte auf dem Weltmarkt, die hauptsächlich in Chile produziert werden, die die Sorge um Versorgungsengpässe anheizt“, sagte ein Händler an der Londoner Metallbörse.

Auch an den Edelmetallmärkten zogen die Preise am Donnerstag kräftig an. Gold verteuerte sich um mehr als vier Dollar je Feinunze und schaffte es fast wieder wie zu Wochenbeginn über 680 Dollar. Auch die Notierungen für Silber, Platin und Palladium zogen an. „Die Nachfrage nach Edelmetallen ist riesig und die aktuelle Dollarschwäche hilft auch“, erklärte ein Rohstoffanalyst einer Schweizer Großbank. Die Experten von Dresdner Kleinwort sehen allerdings bereits Tendenzen für eine nachlassende Dynamik.

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