Marktteilnehmer halten sich zurück
Dollar dümpelt vor US-Wahl auf niedrigem Niveau

Am Tag vor der US-Präsidentenwahl hat sich der US-Dollar am Montag auf niedrigem Niveau bewegt, sich aber über den Tagestiefständen behauptet.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) stellte den Referenzwert des Euro mit 1,2748 Dollar geringfügig über dem Freitagsniveau (1,2737 Dollar) fest. Allerdings war die Gemeinschaftswährung im frühen Geschäft zeitweise bis auf 1,2830 Dollar gestiegen und damit bis auf rund einen US-Cent an sein Allzeithoch vom Februar dieses Jahres herangerückt. Händler sagten, viele Marktteilnehmer hielten sich zurück, um erst den Verlauf des Wahltages in den USA am Dienstag abzuwarten. Auch die Konjunkturdaten aus Europa und den USA stünden im Schatten der Wahl.

Den meisten Umfragen vom Wochenende zufolge liegen Präsident George W. Bush und sein Herausforderer John Kerry derzeit fast gleichauf in der Wählergunst. An den Finanzmärkten wird bei einem knappen Wahlergebnis in der weltgrößten Volkswirtschaft vor allem eine lange Hängepartie bei der Auszählung wie vor vier Jahren befürchtet.

„Der Fokus ist nicht so sehr darauf, wer die Wahlen gewinnt, sondern darauf, ob sie fair sind, und die Ergebnisse rasch feststehen“, fasste ein Händler die Stimmung am Markt zusammen. „Für den Dollar ist es nicht so wichtig, wer gewinnt, sondern dass jemand gewinnt und zwar deutlich“, stimmte ein anderer Händler zu. Eine Wiederholung der wochenlangen Hängepartei von vor vier Jahren würde auf jeden Fall den Dollar schwächen, hieß es bei einer dritten Bank. Bei der Präsidentenwahl 2000 war am Ende ein Gerichtsbeschluss Wochen nach der Wahl ausschlaggebend für den Sieg Bushs.

Selbst überraschend gute US-Konjunkturdaten könnten der US-Währung voraussichtlich nur geringen Aufwind geben, hieß es weiter. Ohne spürbaren Einfluss auf die Kurse blieb der mit real 0,5 Prozent etwas geringer als erwartete (0,6 Prozent) Anstieg der Konsumausgaben im September. Die unter den Prognosen ausgefallenen Reuters-Einkaufsmanagerindizes für die Euro-Zone und Deutschland belasteten den Euro etwas, sagten Händler.

Außer der US-Wahl sorgten auch die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für Oktober für Zurückhaltung der Investoren. Von der Statistik erhofften sich die Marktteilnehmer Hinweise darauf, ob in den USA in diesem Jahr die Zinsen noch ein- oder zwei Mal angehoben werden. Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank tagt sowohl im November als auch im Dezember noch je einmal.

Zum Yen zog der Dollar leicht auf 106,35 (New Yorker Schluss 105,70) Yen an. Dagegen gab die US-Währung zum Schweizer Franken auf 1,1980 Franken von 1,2015 Franken zum Handelsschluss am Freitag nach. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) notierte der Euro mit 1,2751 (1,2755) Dollar.

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