Marktteilnehmer heiß auf US-Zahlen
Trübe Konjunkturaussichten drücken Euro-Kurs

Die im Vergleich zu den USA und Japan schlechteren europäischen Konjunkturaussichten haben den Kurs des Euro am Dienstag zeitweise auf ein Vier-Monats-Tief von 1,0802 Dollar gedrückt. Am Vormittag lag der Euro bei 1,0848/50 Dollar, nach einem Stand von 1,0858/64 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag.

Reuters LONDON. “Die Leute ziehen ihr Kapital aus den Euro-Renten ab und investieren lieber in den USA und Japan“, sagte ein Händler mit Blick auf den knapp vierprozentigen Kursverlust der europäischen Valuta seit Anfang vergangener Woche.

In den vergangenen Monaten hatten Investoren wegen der allgemeinen Konjunkturflaute vermehrt Geld in Staatsanleihen gesteckt, weil sie sich hier ihrer Renditen sicher sein konnten. Wegen der im Vergleich relativ hohen europäischen Leitzinsen waren die europäischen Papiere besonders stark gefragt. Die vermehrten Käufe von Euro-Renten durch Anleger aus Übersee waren mitverantwortlich für die Aufwertung des Euro seit Jahresbeginn. In Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs legen Investoren ihr Kapital dagegen eher in Aktien an, weil sie sich davon höhere Renditen versprechen.

„Die Marktteilnehmer interessieren sich heute vorrangig für die US-Zahlen, daher spielt der Ifo-Index nur eine untergeordnete Rolle“, sagte ein anderer Börsianer. Besonders gespannt warteten die Anleger auf die Veröffentlichung des Index des US-Verbrauchervertrauens. Dieser gibt Hinweise auf das zukünftige Kaufverhalten der US-Verbraucher. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Erwartungen der deutschen Unternehmen für die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Monate widerspiegelt, übertraf mit einem Anstieg im August auf 90,8 Punkte von 89,3 Zählern im Vormonat die Analystenprognose eines Zuwachses auf 90,0 Stellen.

Der Yen verlor nach seinen Kursgewinnen der vergangenen Tage zum Dollar wieder etwas und kostete zuletzt 0,8491/95 Dollar. Die Spekulationen um eine weitere Intervention der japanischen Notenbank blieben jedoch bestehen und verhinderten einen weiteren Rückgang des Kurses. „Japans Standpunkt wird sich nicht ändern und es wird intervenieren, wenn es der Ansicht ist, dass es notwendig ist“, sagte Mitsuru Sahara, Vice President des Devisenhandels der UFJ Bank. Die japanische Notenbank hat in diesem Jahr bereits für die Rekordsumme von neun Billionen Yen (rund 70 Mrd. €) US-Dollar gekauft, um damit eine weitere Aufwertung ihrer Valuta zu verhindern. Ein steigender Yen-Kurs verteuert Ausfuhren in den wichtigen Export-Markt USA.

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