Marktüberblick
Rohstoffpreise leiden unter Dollar-Erholung

Nach dem erstmaligen Anstieg über 1 150 Dollar haben Anleger beim Goldpreis erst einmal Gewinne mitgenommen. Auch die Preise anderer Rohstoffe geben nach. Der Grund: Der steigende Dollar-Kurs macht Rohstoffe für Investoren außerhalb des Dollar-Raums teurer.
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HB FRANKFURT. Die Erholung des Dollar-Kurses hat am Donnerstag die Rohstoffpreise belastet. Denn mit dem steigenden Wechselkurs werden die in Dollar gerechneten Rohstoffe für Anleger außerhalb des Dollar-Raums wieder teuerer. Auch der Goldpreis wurde mit 1 134,24 Dollar je Feinunze wieder etwas niedriger gehandelt, nachdem das Edelmetall noch am Vortag erstmals über 1 150 Dollar gestiegen war.

Nach der Rekordjagd der vergangenen Tage halten Händler eine Korrektur für überfällig. Allzu lange dürfte Analysten zufolge die Verschnaufpause aber nicht dauern. Schon Anfang der Woche hatten viele Anleger den Preisrückgang für Käufe genutzt und somit den Preis per saldo über 1 130 Dollar gehalten. Die Fundamentaldaten, die für einen hohen Goldpreis sprächen, blieben intakt.

Neben der Dollar-Schwäche führen Analysten meist die Angst vor Inflation als Grund für die Gold-Hausse an. Daneben spielt auch das niedrige weltweite Zinsniveau eine wichtige Rolle. „Jeder kleine Rückschlag wird zu Käufen genutzt, spätestens bei 1 120 Dollar“, sagte ein Analyst. „Daran wird sich nichts ändern, solange die Mehrheit der Ansicht ist, dass die US-Zinsen niedrig bleiben.“ Gold werde als eine der wichtigste Alternativen zu Papiergeld gehalten, erklärte ein weiterer Analyst.

Dennoch ging die Nachfrage nach physischem Gold im dritten Quartal um 34 Prozent zurück, wie das World Gold Council am Donnerstag mitteilte. Dem Branchenverband zufolge hat der hohe Preis potenzielle Käufer in Indien und dem Nahen Osten abgeschreckt. So fiel die Nachfrage der indischen Schmuckindustrie um 42 Prozent auf 111,6 Tonnen, im Nahen Osten um 34 Prozent auf 69 Tonnen. Dagegen zog die Nachfrage aus China, Taiwan und Hongkong um zehn Prozent auf 128,6 Tonnen an. Die chinesischen Verbraucher hätten nach der langen Phase der Regulierung einen Nachholbedarf bei der Gold-Anlage, erklärte der Verband.

Auch der Ölpreis gab wieder nach, was Händler auch mit dem ungewöhnlich milden Wetter in den USA - dem weltweit größten Ölverbraucher - begründeten. Ein Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI und Nordseeöl der Sorte Brent verbilligten sich um je 0,7 Prozent auf etwa 79 Dollar.

Bei den Industriemetallen belasteten zudem die steigenden Lagerbestände die Preise. Eine Tonne Kupfer verbilligte sich um 1,4 Prozent auf 6 815 Dollar.

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