Massive Ungleichgewichte bei Angebot und Nachfrage
Rohölpreise ziehen kräftig an

Die Nervosität auf den Weltölmärkten hält unvermindert an. Das Nordseeöl der Marke Brent, Marktführer in Europa, kostete zum Wochenende bis zu 34 Dollar je Barrel ($/b; 159 Liter). Dieses Niveau prognostizieren Experten normalerweise für den Fall drohender Versorgungsengpässe. Und noch ist keine Entspannung in Sicht. „Wir werden auch langfristig weiter hohe Ölpreise sehen“, sagte Sandra Ebner von der Deka-Bank.

DÜSSELDORF. Die jüngsten Höchstpreise an den Rohölmärkten markierten Spitzenwerte, die zuletzt vor über 13 Jahren gesehen wurden. Dieser Preistrend behauptet sich schon seit Monaten trotz einer eher verhaltenen Weltkonjunktur und eines eigentlich ausreichenden Mengenflusses. Von der Angebotsseite gäbe es also eigentlich keinen Anlass für Verknappungsängste. Problematisch sind aber fehlende Stabilitätspolster wie die weltweiten Lagerbestände; sie signalisieren massive Ungleichgewichte. „Im Gegensatz zu den vergangenen Jahrzehnten fehlen heute freie Angebotsreserven und ausreichend kommerzielle Lagerpuffer, um die Weltölmärkte zu beruhigen“, sagt der Essener Energieprofessor Dieter Schmitt.

In der Tat sind die zusätzlich verfügbaren Kapazitätsreserven der Opec-Staaten und die Lagervorräte in wichtigen Volkswirtschaften – insbesondere in den USA – auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren gesunken. Wenn in einer solchen Situation noch politische Turbulenzen wie der Aufstand im Irak oder drohende Auseinandersetzungen in Venezuela hinzutreten, werde die Lage immer unkalkulierbarer, sagt Hans W. Schiffer, Analyst der RWE Power in Essen. Dies hat sich Ende der vergangenen Woche gezeigt. Kurzfristig hat die Terrorwarnung für Saudi-Arabien den Preis nach oben getrieben. Dahinter steckt die Furcht, dass die Rohölförderung des größten Ölanbieters betroffen sein könnte.

Auch Deka-Expertin Ebner weist auf die insgesamt zu geringen Lagerbestände hin. Dabei „bereiten die Benzinlagerbestände in den USA die größte Sorge“, sagt sie. Zum einen gebe es Kapazitätsengpässe bei der Benzinherstellung, zum anderen werde auf Grund neuer Umweltbestimmungen in den USA (seit Anfang 2004) mehr Rohöl für die Benzinerzeugung benötigt.

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