Metalle
Ein Leben nach dem Superzyklus

Die Preise für Kupfer und Aluminium haben sich zum Jahresende leicht erholt. Doch richtig reich machen die Industriemetalle niemanden mehr. Es gibt aber auch 2014 Ausreißer – der Grund kommt wieder einmal aus China.
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DüsseldorfEs gab eine Zeit, da kannten Rohstoffpreise eigentlich nur einen Weg: steil nach oben. Deshalb galten sie als eine besonders beliebte Anlageklasse bei institutionellen Investoren – nicht nur, um das Portfolio zu diversifizieren, sondern wegen üppiger Gewinne. Banken, Privatanleger und Handelsfirmen mischten kräftig mit in dem Geschäft. Analysten und Investoren sprachen vom Superzyklus, also der raschen Aufwärtsbewegung von Preisen für Rohstoffe – etwa bei Industriemetallen, landwirtschaftlichen Rohstoffen und Edelmetallen.

Der Grund für den Boom: Der unstillbare Hunger Chinas sowie der Siegeszug anderer aufstrebender Nationen wie Indien und Brasilien. Viel ist nicht übrig geblieben vom Superzyklus – besonders für die Industriemetalle ist 2013 ein weiteres enttäuschendes Jahr gewesen. Selbst Hedgefondsmanager scheiterten zuletzt an der Anlageklasse und erlitten Verluste.

Metalle gelten heute wenn überhaupt noch als heißes Eisen für hartgesottene Spekulanten und Experten. Immer mehr Banken ziehen sich derweil aus dem physischen Geschäft mit den „Commodities“ zurück. Wegen regulatorischer Unsicherheiten, aber auch, weil sie schlicht kein Geld mehr mit Kupfer, Aluminium und Zink verdienen: Die Nachfrage aus China lahmt. Die Metalllager sind nach den Boom-Jahren teilweise zum Bersten voll.

Ein Überangebot bedeutet niedrigere Preise. Auch bei Konzernen wie Rio Tinto, Chinalco oder BHP denken die Unternehmenslenker um: Damit sie ihren Aktionären wieder mehr Rendite einfahren und dem Überhang etwa bei Kupfer und Aluminium entgegen steuern können, schrauben sie bei Investitionen in neue Minenprojekte und Explorationen zurück. Wegen der Preisanstiege bei den Industriemetallen zwischen 2003 und 2008 haben die Unternehmen ihre Ausgaben in dieser Zeit drastisch erhöht.

In Daten liest sich der Rohstoff-Blues so: Der Sammelindex S&P GSCI ist seit Beginn des Jahres um 3,2 Prozent gesunken, Industriemetalle haben 2013 um 16 Prozent nachgegeben. Der Dow Jones-UBS-Rohstoffindex, der die wichtigen Rohstoffsektoren misst, ist drei Jahre in Folge gefallen – das gab es noch nie. Abwärts ging es vor allem bei den Industriemetallen. Insgesamt 52 der relevanten 67 Rohstoffindizes haben sich in 2013 rückläufig entwickelt. Kurzum: Es sieht mau aus an den Rohstoffmärkten.

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