Metalle
Kupfer auf Talfahrt – Gold weiter gefragt

Die Preise der meisten Rohstoffe geben am Freitag nach. Insbesondere bei Kupfer drohen Korrekturen. Die Leute hätten den Markt durch eine rosarote Brille betrachtet. Es sei Zeit, diese abzunehmen, sagt ein Experte. Die Nachfrage nach Gold hält dagegen weiter an.
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HB FRANKFURT. Der Ölpreis hat sich am Freitag unter 80 Dollar eingependelt. Die US-Sorte WTI wurde mit 79,17 Dollar je Barrel und damit rund 70 Cent günstiger als im späten Vortagesgeschäft gehandelt. Am Donnerstag war der Preis um drei Prozent gesprungen, nachdem neue Daten eine Rückkehr der US-Wirtschaft auf den Wachstumspfad gezeigt hatten.

Dieser Ölpreisanstieg bezeichne aber keinen nachhaltigen Trend, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Vielmehr sei er vorrangig auf spekulatives Kaufinteresse und externe Faktoren wie steigende Aktienmärkte und den schwächeren Dollar zurückzuführen. Die Nordseesorte Brent kostete am Freitag 77,24 Dollar je Fass und damit 80 Cent weniger.

Der Goldpreis pendelte sich um 1 045 Dollar je Feinunze ein und damit auf dem Niveau des späten Vortagesgeschäftes. Die Nachfrage nach dem Edelmetall als sicherer Anlagehafen halte an, sagten Händler. "Wir brauchen mehr Daten, die bestätigen, dass die US-Wirtschaft wirklich auf dem Weg aus der Rezession ist", sagte Goldhändler Ronald Leung von Lee Cheong Gold Dealers in Hong Kong. Der Markt werde sich wahrscheinlich bis zur Veröffentlichung der monatlichen US-Arbeitsmarktzahlen Ende nächster Woche in der Spanne der vergangenen Tage bewegen.

Am Donnerstag war der Goldpreis um rund zwei Prozent gestiegen. Auslöser waren wie beim Ölpreis die US-Wirtschaftsdaten. Diese hatten eine Rally an den Aktienmärkten ausgelöst und die Nachfrage nach riskanteren Währungen als dem Dollar angefacht. Im Gegenzug zum nachgebenden Greenback hatte der Goldpreis zugelegt.

In Reaktion auf steigende Vorräte und eine weiter lahmende Nachfrage verbilligte sich Kupfer. Die Tonne des Edelmetalls kostete 6 582 Dollar nach 6 680 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Thema am Markt blieben die chinesischen Importe. Im September hatte das asiatische Land rund ein Viertel weniger Kupfer eingeführt als im Vorjahr.

"Die Oktoberzahlen könnten eine böse Überraschung werden", sagte Analyst Charles Kernot von Evolution Securities. "Dazu kommt, dass der Nachfrageausblick für den Westen immer noch sehr trübe aussieht. Die Leute haben den Kupfermarkt durch eine rosarote Brille betrachtet. Es ist Zeit, diese abzunehmen."

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