Mini-Crash
Rätselhafte Kurssprünge beim Goldpreis

Zuerst fiel der Goldpreis um 100 Dollar. Zum ersten Mal seit Ende Januar ging es unter die Marke von 1700 Dollar je Feinunze. Experten schieben die Schuld auf Ben Bernanke. Jetzt geht es wieder deutlich nach oben
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DüsseldorfDie Anleger haben am Donnerstag den jüngsten Preissturz bei Gold zum Wiedereinstieg genutzt. Für eine Feinunze des Edelmetalls mussten Anleger am Morgen 1717 Dollar zahlen, ein Plus zum Vorabend von 1,3 Prozent.

Am Mittwoch hatte der Goldpreis rund 100 Dollar eingebüßt und damit den größten Tagesverlust in mehr als drei Jahren verbucht. Um 22.40 Uhr notierte Gold bei 1695 Dollar, ein Minus von fast fünf Prozent gegenüber dem Vortag. In Euro gerechnet betrug das Minus immerhin fast vier Prozent, die Feinunze kostete 1272 Euro.

Anleger hatten von US-Notenbankchef Ben Bernanke Hinweise auf weitere geldpolitische Lockerungen erwartet. Diesen Erwartungen hatte Bernanke jedoch eine Absage erteilt, woraufhin die Notierungen für das Edelmetall eingebrochen waren.

Geldpolitische Lockerungen hätten eine höhere Liquidität zur Folge gehabt, was wiederum die Inflation begünstigt hätte. Gold gilt als klassische Absicherung gegen Inflationsrisiken. „Dass Bernanke keine weiteren geldpolitischen Lockerungen erwähnt hat, war der Vorwand, um zu verkaufen“, sagte ein Händler in Hongkong. „Aber die Leute haben immer noch Vertrauen in Gold.“ Vor allem Anleger aus Asien seien nach dem Preissturz wieder eingestiegen, hieß es am Markt.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Mini-Crash: Rätselhafte Kurssprünge beim Goldpreis"

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  • Es ist kein Geheimnis mehr. Vor 5 Jahren wollte mir niemand glauben. Gold sei viel zu teuer sagte man mir schon damals.
    Jetzt ist überall zu lesen, dass die Leute rasiert werden, dass es eine Zwangshypothek geben soll, dass die Verluste der Banken im grossen Stil sozialisiert werden. Und was machen die Leute. Sie bleiben erstaunlich ruhig. Aber wie soll man sich auch grossartig bewegen wenn der Kopf im Sand steckt. Ich habe kein Mitleid mehr mit den Leuten. Die Zeiten sind vorbei da ich denen sagte "bringt Euer Erspartes in Sicherheit, kündigt eure KLV´s" Sie glauben es einfach nicht und sie werden sich erst rühren wenn alles zu spät ist. Dann werden sie sich kurz beschweren und versuchen so weiter zu machen wie bisher. Sie werden zahlen und sich krum machen.

  • Vollkommen richtig.
    Das Geschwätz von heute ist morgen Geschwätz von gestern.
    Da kann ich nicht wiedersprechen.
    Kluge Erkenntnis.

  • Die Exilkubaner hatten auch ihre Finger im Spiel!

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