Devisen + Rohstoffe
Morgen Stanley erwartet weitere Verluste beim Dollar

Die US-Währung verliert gegen die meisten anderen bedeutenden Devisen wie Euro, Yen und Pfund an Wert. Seit Jahresanfang hat der Dollar gegenüber 14 von 16 meistgehandelten Währungen nachgegeben. Analysten der zweitgrößten Investmentbank der USA bleiben pessimistisch, was die Wertentwicklung angeht.

Bloomberg, NEW YORK. Morgan Stanley hat die Prognose für den Dollar-Kurs gegenüber Euro, Yen und Pfund gesenkt. Die Abkühlung der US-Wirtschaft werde die Attraktivität von Dollar-Anlagen schmälern, argumentieren die Analysten der zweitgrößten US-Investmentbank.

Zur Jahresmitte sehen die Devisenexperten den Dollar bei 1,55 Dollar je Euro, während sie zuvor von 1,41 Dollar ausgingen. Zum Yen reduzierten die Analysten um Stephen Jen in London ihre Prognose von 103 Yen je Dollar auf 97 Yen und zum Pfund von 1,94 Dollar je Pfund auf 1,99 Dollar. "Der Ausverkauf beim Dollar in letzter Zeit ist sowohl endgültig als auch durch wirtschaftliche und politische Veränderungen gerechtfertigt", schrieb Jen in der Studie. Seit Jahresanfang hat die US-Währung gegenüber 14 der meistgehandelten 16 Währungen verloren.

Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Federal Reserve Bank die Leitzinsen weiter senken wird, um eine Rezession abzuwenden. Terminkontrakte zeigen eine Wahrscheinlichkeit von 98 Prozent, dass die Fed am 18. März ihren Leitzins um einen dreiviertel Prozentpunkt auf dann 2,25 Prozent herabsetzen wird. Die Chance für eine Senkung um einen halben Prozentpunkt wird bei zwei Prozent gesehen.

Dagegen hat EZB-Präsident Jean-Claude Trichet signalisiert, dass er es mit Zinssenkungen nicht eilig hat. Das trieb den Euro zum Dollar weiter nach oben. "Trichets anhaltende Betonung der Inflationsrisiken hat den Markt davon abgebracht, eine Lockerung der Geldpolitik in nächster Zeit einzupreisen", erläutert Jen.

Für den Yen erwartet Morgan Stanley in diesem Jahr eine anhaltende Rally zum Dollar, da Investoren angesichts einbrechender Kurse bei Aktien sich aus den sogenannten Carry-Trades zurückziehen. Bei diesen Zinsarbitragegeschäften leihen sich Anleger Geld in einer Niedrigzinswährung wie dem Yen und investieren es in höher rentierliche Anlagen. Seit Jahresanfang hat der Yen zum Dollar 9,1 Prozent gewonnen. "Risikomotivierte Korrekturen könnten den Dollar leicht unter 100 Yen drücken", so Jen.

Bei asiatischen Währungen außerhalb Japans sieht Morgan Stanley für die erste Jahreshälfte weiter Kursgewinne aufgrund der Dollar-Schwäche, des Inflationsdrucks in der Region und der geringeren Risikoabneigung. Die Bank hat ihre Prognosen für den malaysischen Ringgit, den Singapur-Dollar und den taiwanesischen Dollar angehoben.

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