Münchener Edelmetallmesse
Optimisten erwarten vierstelligen Goldpreis

Es war perfektes Timing: Zeitgleich zur Edelmetallmesse in München am Wochenende kletterten die Preise der begehrten Rohstoffe Gold und Silber am Freitag auf ihre höchsten Stände seit zwei Monaten. Nach Ansicht von Experten ist eine neue Bestmarke nur noch eine Frage der Zeit.

MÜNCHEN. Gold und Silber erreichten im Tagesverlauf 630 bzw. 12,60 Dollar je Unze (31 Gramm), Platin übersprang die Marke von 1 200 Dollar. Gold und Silber standen im Mittelpunkt der vom Internet-Informationsdienst Goldseiten.de organisierten Messe mit rund 80 Ausstellern, darunter viele Minengesellschaften. Nach Ansicht der versammelten Experten ist ein vierstelliger Goldpreis nur eine Frage der Zeit. Die Fachleute sehen als wesentliche Triebfedern der inzwischen sechsjährigen Goldpreishausse die dramatisch wachsende Verschuldung insbesondere in den USA in Verbindung mit einer laxen Geldpolitik, rechnen häufig mit zunehmender Inflation und einer markanten Dollarschwäche.

Meinungsverschiedenheiten bestanden höchstens darin, ob in einem solchen Umfeld der Aktienmarkt weiter nach oben tendieren könne. Nach Einschätzung des Vermögensverwalters Marc Faber aus Hongkong würde der Goldpreis auch bei anhaltender Hausse an Wall Street das bessere Anlageergebnis liefern: „Selbst wenn sich der Dow noch einmal verdreifacht, wäre der Metallpreis wahrscheinlich bei 5 000 Dollar.“

Einen vierstelligen Goldpreis erwartet James Turk in den kommenden eineinhalb Jahren. Der ehemalige Banker genießt einen guten Ruf als Goldexperte und ist Gründer Gesellschaft Goldmoney.com, die unter anderem einen auf Gold basierenden Internethandel für Güter offeriert. Turk wagt auch einen längerfristigen Ausblick mit Sprengkraft: „Gold kann auf 8 000 Dollar steigen, Silber auf 400 Dollar – das ist absolut realistisch.“

Schon bei diesem Szenario deutet sich an, dass einige Experten Silber im Vergleich zu Gold für die aussichtsreichere Anlage halten. Diese Auguren erwarten eine starke Verknappung, verweisen auf dramatisch gesunkene Bestände, zunehmende industrielle Anwendungsbereiche und eine auf absehbare Zeit kaum zu steigernde Minenförderung.

Wie die Messe illustriert, gewinnen Edelmetalle an Zugkraft. Beim Debüt der Veranstaltung im vergangenen Jahr kamen rund 1 400 Besucher, vor allem Privatanleger. Dieses Mal waren es rund 3 000. Und nicht nur das Interesse an goldbezogenen Aktien, Fonds oder Zertifikaten steigt. Die Anleger wollen die Metalle auch physisch besitzen. Robert Hartmann, Geschäftsführer der großen Münchner Handelsgesellschaft Pro Aurum, berichtet über Kapazitätsprobleme im wachsenden Geschäft mit Privatanlegern: „Wir platzen aus allen Nähten.“

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