Munich Economic Summit
Opec-Minister: „Wir behindern nicht den Aufschwung“

Ölpreise von deutlich über 80 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) sind nach Angaben des Energieministers der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mohamed Bin Dhaen Al Hamli, nicht im Interesse der erdölexportierenden Staaten.

MÜNCHEN. Die Ölpreise sollten auf "einen für angemessenen Niveau" liegen, das eine Konjunkturerholung nicht behindert, sondern stimuliert, sagte Al Hamli am Freitag morgen auf dem Munich Economic Summit in München. "Viele Experten glauben, dass dies bei einem Ölpreis zwischen 60 und 80 Dollar gegeben ist." Die VAE gehören zu den wichtigen Ölproduzten der Welt und sind Mitglied des Ölkartells Opec.

Auf dem Munich Economic Summit diskutieren seit Donnerstag rund 160 Experten aus aller Welt über Klimawandel und Energieversorgung. Veranstaltet wird die Tagung vom Münchener Forschungsnetzwerk CES-Ifo und der BMW Stiftung Herbert Quandt.

Derzeit kostet Rohöl rund 63 Dollar pro Barrel. "Wenn die Wirtschaftskrise zu Ende geht, wird auch die Nachfrage wieder steigen", sagte Al Hamli. Indirekt deutete er in seiner Rede an, dass die Opec dann auch die Fördermenge erhöhen würde, um drastische Preisanstiege wie im vergangenen Sommer zu verhindern.

Im vergangenen Jahr hatte es massive Preisausschläge auf dem Ölmarkt gegeben. Bis zum Sommer waren die Preise auf ein Rekordniveau von mehr als 140 Dollar gestiegen, danach waren sie innerhalb weniger Monate auf rund 34 Dollar gefallen. "Diese dramatischen Aufs und Abs waren nicht durch Angebot und Nachfrage nach Öl, sondern durch Spekulation getrieben", betonte Al Hamli in München. Diese Entwicklung mache den Förderländern das Leben schwer. "Wir haben ein Interesse an stabilen und angemessenen Ölpreisen", sagte al Hamli.

Zu niedrig dürften die Ölpreise aber auch nicht zu sein, so der arabische Minister - dann gebe es zu wenig Anreize, in die Erforschung und den Ausbau von alternativen Energiequellen zu investieren. Trotz der drohenden Klimakatastrophe, die durch den Ausstoß von Kohlendioxid entsteht, sollte die Menschheit nicht komplett auf fossile Energiequellen verzichten "Wir dürfen fossile Brennstoffe nicht dämonisieren. Sie sind ein wichtiger Bestandteil in einem vernünftigen Energiemix - und das noch für viele, viele Jahre" , betonte Al Hamli in München.

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