Nach Abwertung
Yuan muss Federn lassen

Chinas Zentralbank hatte den Referenzkurs des Dollar zum Yuan vor der Markteröffnung 0,15 Prozent niedriger als am Vortag festgelegt. Am Tagesende markierte die Währung den tiefsten Schlussstand seit vier Jahren.

FrankfurtDie chinesische Landeswährung musste am Donnerstag deutlich Federn lassen. Die chinesische Zentralbank hatte den Referenzkurs des Dollar zum Yuan vor der Markteröffnung auf 6,4236 Yuan festgelegt - 0,15 Prozent niedriger als am Vortag. Die Landeswährung fiel bis auf ein Vier-Monats-Tief von 6,4411 Yuan. Zum Handelsschluss lag sie bei 6,4378 Yuan und markierte damit den niedrigsten Schlussstand seit vier Jahren. In den vergangenen fünf Handelstagen ist der Yuan um 1,6 Prozent eingebrochen.

Die Märkte hatten bereits darauf spekuliert, dass Peking eine weitere Abwertung der heimischen Landeswährung zulassen wird, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) den Renminbi in der vergangenen in seinen Währungskorb aufgenommen und damit zur fünften Weltwährung erklärt hatte. Der Renminbi spielt nun ab Herbst 2016 in einer Liga mit dem US-Dollar, dem britischen Pfund, dem Euro und dem japanischen Yen.

Die Währung Chinas ist nicht frei handelbar, sondern an den Dollar gekoppelt: Die Zentralbank bestimmt arbeitstäglich einen Referenzkurs. Der IWF ist jedoch der Auffassung, dass der Yuan zumindest das Kriterium der freien Verwendbarkeit erfüllt - also, für internationale Transaktionen und an wichtigen Devisenmärkten weithin genutzt wird.

Die Zentralbank hatte den Yuan nach einer Reihe schwacher Wirtschaftsdaten vor allem im August deutlich abwerten lassen. Ein niedrigerer Yuan-Kurs verschafft der schwächelnden chinesischen Wirtschaft Vorteile auf dem Weltmarkt. Dies versetzte die Börsen rund um den Globus in Aufruhr und schürte Sorgen vor einem Währungskrieg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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