Nach Apple-Watch: Gold verliert sein „Oma-Image“

Nach Apple-Watch
Gold verliert sein „Oma-Image“

Gold ist bei Hipstern nicht gerade in. Vor allem Europäer und Amerikaner lieben eher weiße Metalle. Doch die goldene Apple-Uhr könnte das Edelmetall jetzt wieder angesagt machen. Goldhändler reiben sich schon die Hände.
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LondonWenn man jemandem zutrauen könnte, Goldschmuck wieder angesagt zu machen, dann ist es Apple. Anfang des Monats stellte Firmenchef Tim Cook die neue Armbanduhr, die Apple Watch, vor – und überraschte die Öffentlichkeit auch mit einer goldenen Version. Für 11.000 Euro soll sie ab Ende April auch in Deutschland erhältlich sein. Doch wer will die haben?

In den USA, Großbritannien und Italien hat sich die Nachfrage nach Accessoires aus dem gelben Metall in den letzten zehn Jahren halbiert, wie Daten des World Gold Council zeigen, die Bloomberg zusammengestellt hat. Die Käufer bevorzugen weiße Metalle wie Silber oder Platin. Apple, eine Autorität bei allem was cool ist, könnte mit der neuen, 10.000 Dollar teuren, goldenen Uhr, goldenen iPhones und MacBooks die Konsumenten motivieren, auch anderen Zierrat aus Gold zu kaufen, sagt Neil Meader, Edelmetallberater bei Metallis Consulting.

Apple ist dafür bekannt, mit dem Design seiner Smartphones und tragbaren Musikabspielgeräten den Geschmack der Verbraucher zu beeinflussen. Zwar werde die Apple Watch wohl am Goldpreis nichts ändern, aber die neue Aufmerksamkeit komme dem Metall zugute, das in den USA und in Europa als altmodisch gilt, erklärt Meader.

„Wenn Sie einen Ferrari vergolden würden, dann wäre das nur kitschig. Aber wenn Sie bei einem solchen Hightech-Produkt Gold verwenden, dann erscheint es dem jungen Konsumenten nur noch relevanter“, sagt Scott Thomson, Geschäftsführer des Schmuckhändlers Astley Clarke in London. „Das ist eindeutig eine positive Entwicklung.“

Schon in der Vergangenheit hat die Populärkultur die Schmuckmode beeinflusst. Farbige Edelsteine erhielten einen Schub, nachdem Prominente wie Kate Middleton, Jessica Simpson oder Halle Berry Verlobungsringe mit Saphiren, Rubinen und Smaragden präsentierten. Laut Gemfields hat sich der Preis von hochwertigen Smaragden zwischen 2009 und 2014 fast verfünfzehnfacht.

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