Nach BoJ-Zinsentscheid
Anleger-Enttäuschung treibt den Yen

Die Bank of Japan hat ihre Geldpolitik zwar gelockert, aber nicht so stark wie von den Märkten erhofft. Die Enttäuschung schlägt sich auf die japanische Währung nieder.

Singapur/FrankfurtDer Yen hat nach einer nur geringen geldpolitischen Lockerung der japanischen Notenbank (BoJ) zugelegt. Der Dollar fiel am Freitag zur japanischen Landeswährung um 1,7 Prozent auf 103,46 Yen. Die Währungshüter wollen zwar mehr Wertpapiere aufzukaufen. Allerdings betrifft dies nur börsengehandelte Fonds (ETF) und nicht etwa Staatsanleihen. Die Leitzinsen beließ die Zentralbank bei minus 0,1 Prozent.

Damit widerstand sie dem Druck der Regierung und der Märkte, noch mehr zu unternehmen, um dem Inflationsziel von zwei Prozent näher zu kommen. Der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hatte am Mittwoch ein umgerechnet mehr als 240 Milliarden Euro schweres und damit überraschend großes Paket zur Ankurbelung der Konjunktur angekündigt. Damit schürte er Spekulationen auf aggressive Lockerung der Geldpolitik, um diese Maßnahmen zu flankieren. Einige Börsianer hatten sogar auf „Helikopter-Geld” gehofft, obwohl die Notenbank einer unter diesem Begriff zusammengefassten Verteilung von Notenbank-Geld direkt an Unternehmen und Verbraucher eine Absage erteilt hatte.

Währungsstratege Heng Koon von Credit Suisse rechnet nun mit stärkeren Kursschwankungen und einer kurzfristig anhaltenden Yen-Stärke. Die Verunsicherung der Anleger hatte die Kosten für eine Absicherung gegen Turbulenzen des Dollar/Yen-Kurses binnen einer Woche vervierfacht und am Donnerstag auf ein Rekordhoch getrieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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