Nach dem Börsen-Crash: China startet weitere Hilfen für Yuan

Nach dem Börsen-Crash
China startet weitere Hilfen für Yuan

Die chinesische Zentralbank erschwert Spekulationen mit der eigenen Währung. Zudem sind mehr als 100 Milliarden Euro Investitionen in den Schienenverkehr geplant. Alles soll der Wirtschaft helfen.

PekingIm Kampf gegen die Konjunkturabkühlung und Börsenturbulenzen unternimmt China weitere Schritt. Spekulationen mit der heimischen Währung sollen eingedämmt werden. Zudem will die Volksrepublik massiv in die Infrastruktur investieren. Großbanken gehen davon aus, dass die Regierung einen wirtschaftlichen Einbruch vermeiden kann.

Für einige Geldhäuser, die im Auslandsdevisenhandel tätig sind, gilt künftig ein Mindestreservesatz, kündigte die Zentralbank am Montag an. Damit müssen die Banken künftig mehr heimische Yuan halten. So sollen die Bestände im Handel reduziert und Wetten auf eine Abwertung des Wechselkurses erschwert werden, sagten Insider. Chinas Währungspolitik hatte zuletzt für Verunsicherung an den Finanzmärkten gesorgt. Dort nährte die Yuan-Abwertung zu Jahresbeginn Spekulationen, Peking wolle seinen Unternehmen unfaire Vorteile im Exportgeschäft verschaffen.

Den Schienenverkehr will China in diesem Jahr ausbauen und steckt umgerechnet 112 Milliarden Euro in die Pläne. Die staatliche China Railway Corp rechne für 2016 mit einem Anstieg des Passagieraufkommens von zehn Prozent und einem Plus beim Frachtvolumen von zwei Prozent, wird Geschäftsführer Sheng Guangzu in den „Shanghai Securities News“ zitiert. Deshalb solle die Infrastruktur ausgebaut werden. 800 Milliarden Yuan seien dafür vorgesehen. 2015 seien 824 Milliarden Yuan investiert worden, womit das Schienennetz um 9531 Kilometer erweitert wurde.

An den Börsen geht derzeit die Furcht um, dass die Volksrepublik deutlich an Fahrt verliert und damit die Weltkonjunktur bremst. Die neuen Vorhaben kamen bei den Anlegern gut an: In Shanghai ging es um rund 0,5 Prozent nach oben, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen stieg um knapp 0,4 Prozent. Der Fokus der Investoren richtet sich auf die für Dienstag erwarteten Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt 2015. Ministerpräsident Li Keqiang sagte am Wochenende, dass die Wirtschaft wie angepeilt um rund sieben Prozent gewachsen sein dürfte nach 7,3 Prozent 2014. Das wäre das geringste Plus seit einem Vierteljahrhundert. Analysten haben 6,9 Prozent prognostiziert.

Die Großbank HSBC rechnet nicht mit einem deutlichen Abschwung. Erwartet werde in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 6,7 Prozent, sagte ihr Chef Stuart Gulliver in Hongkong. Auch die französische Bank BNP Paribas ist optimistisch. „Die chinesischen Behörden haben schon vor Jahren klar gemacht, dass sie das Wirtschaftsmodell umstellen“, sagte deren Chef Jean Lemierre auf derselben Veranstaltung. „Mittelfristig schaut das sehr nachhaltig aus, weshalb wir zuversichtlich sind“, sagte Lemierre.

Am Montag teilte Chinas Notenbank mit, sie habe insgesamt 55 Milliarden Yuan (umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro) ins Bankensystem gepumpt. Sie nutzte dafür die 2013 eingeführten kurzfristigen Liquiditätsgeschäfte – kurz SLOs. Die entsprechenden Geldspritzen sind auf drei Tage angelegt. Die Finanzinstitute müssen dafür einen Zins von 2,1 Prozent zahlen. Die Banken hatten im Dezember weniger neue Kredite vergeben, was weitere Sorgen über den Zustand der Wirtschaft genährt hatte. An den Börsen geht derzeit die Furcht um, dass sich die Konjunktur in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt deutlich abkühlt. Daher gilt den am Dienstag anstehenden Daten für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 besonderes Augenmerk.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%