Nach der EZB-Entscheidung „Gold ist eher eine spekulative Anlage“

Die Schweizer Notenbank und die EZB haben dem Goldpreis wieder Leben eingehaucht. Geht dieser rasante Preisanstieg so weiter? Viele Experten sind skeptisch. Einige prognostizieren Anlegern attraktivere Einstiegskurse.
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Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen. Quelle: Getty Images

Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen.

(Foto: Getty Images)

Die Entscheidung der Schweizer Notenbank, ihre Währung vom Euro zu entkoppeln, hat nicht nur den Aktien- und den Devisenmarkt durcheinander gewirbelt. Es war auch der Startschuss für eine Erholung des Goldpreises. Auch das billionenschwere Anleihekaufprogramm der EZB, das am Donnerstag präsentiert wurde, sollte dem Goldpreis weiteren Auftrieb verleihen.

Der Preis pro Feinzunze (rund 31 Gramm) stieg innerhalb weniger Minuten kräftig an und legte nach der Notenbank-Entscheidung vom 15. Januar von 1125 Dollar auf mittlerweile mehr als 1300 Dollar zu. Damit ist der Preis für das gelbe Edelmetall seit Jahresbeginn ist um mehr als zehn Prozent gestiegen. Und die Aussichten auf weitere Kurssteigerungen sind da.

Denn Gold ist immer dann besonders gefragt, wenn globale Krisen zunehmen. So hat die Ukraine-Krise 2014 beispielsweise den Kurssturz seit dem Rekordhoch bei 1921 Dollar aus dem Jahr 2011 einigermaßen gestoppt. Im vergangenen Jahr fiel der Goldpreis zwar das zweite Jahr in Folge und lag zum Jahresschluss mit 1,4 Prozent im Minus. Doch der Preis konnte sich oberhalb von 1130 Dollar stabilisieren.

Die politische Großwetterlage - unter anderem mit der Wahl in Griechenland am Wochenende - bleibt weiterhin turbulent. Und damit stehen die Chancen auf einen weiter steigenden Goldpreis gut. Doch das gelbe Edelmetall ist kein Investment ohne Risiken. Es galt früher als Grundbaustein eines jeden konservativen Portfolios. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Im Jahr 2013 beispielsweise  verlor das Edelmetall 28 Prozent an Wert.

„Gold ist eher eine spekulative Anlage“, meint deshalb Carsten Mumm, Leiter Asset-Management bei der Privatbank Donner & Reuschel. Denn im Gegensatz zu anderen Anlagemöglichkeiten bietet Gold keine Zinszahlungen und keine Dividenden.

Der Börsenexperte rät, Goldinvestments unter dem Aspekt der langfristigen Wertsicherung zu betrachten. Beispiele dafür gibt es genug. So kostete 1908 der Ford T,  das erste am Fließband hergestellte Automobil, 850 Dollar. Das entsprach rund 41 Unzen Gold. Heute gibt es für rund 40.000 Euro ebenfalls einen Wagen der gehobenen Mittelklasse. „Eine Anlage in Gold dient eher dem Werterhalt“, so das Fazit von Mumm.

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  • Die nahezu weltweit betriebene völlig unseriöse Geld- und Staatsschuldenpolitik wird unweigerlich zu einem Zusammenbruch des Weltschuldgeldsystems führen!

    Bei dem dann folgenden Geldpolitischen Neuanfang wird Gold wahrscheinlich seine traditionelle Rolle als unbestechlicher Anker eines seriösen Geldsystems spielen.

    Die geradezu absurden Bemühungen der Zentralbankster, die nunmehr schon seit Jahren ihre Gelddruckmaschinen bzw. Schuldenmaschinen heiß laufen lassen ( Geld entsteht nur über Kedit! ), können diese Entwicklung nicht verhindern. Im Gegenteil, sie sind der eigentliche Grund für die verheerende Lage, in der sich die Welt befindet.

    Mit dem massiven Einsatz einer perfektionierten medialen Massenpropagandamaschine wird den gutgläubigen Bürgern zwar vorgegaukelt, dass alles in bester Ordnung sei und Politikgangster und Bankster die Lage kontrollieren könnten.

    Auf Dauer kann dieses Lügengebilde aber nicht aufrechterhalten werden.
    Früher oder später werden sich die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten wie immer in der Geschichte durchsetzen.

    Gold kann - im Gegensatz zu Papierwährungen bzw. Schuldenwährungen - nie Pleite gehen.
    Das ist eine Weisheit, die Sie nicht vergessen sollten.
    Denn Gold hat immer einen Gegenwert zu Waren und Geld.

    Auch nach einer Staatspleite bzw. Währungsreform!

    Die Worte des Großbanksters John Pierpont Morgan sprechen ebenfalls Bände:
    "Gold und Silber sind Geld. Alles andere ist nur Kredit!"

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

  • Warum ziehen entrüstete Sparer nicht zu Tausenden mit brennenden Fackeln in Richtung EZB-Zentrale in Frankfurt und stürmen die Eingangshalle?

    Ganz einfach: “Der einfache Michel interessiert sich nicht für das Schuldgeldsystem der int. Bankster”.

    Eine Billion?
    Wer kann sich sich darunter überhaupt noch was vorstellen?
    Es sind 1000 Milliarden!
    Einfach so aus dem Nichts gezaubert durch die Notenbankster!

    Auch wenn man nichts vom Schuldgeldsystem versteht, so verstehen viele Leute dennoch, dass damit der Euro in ihrer Tasche drastisch verwässert wird.
    Und genau das ist das Ziel der EZB!

    Das gilt übrigens nicht nur für den Euro, sondern auch für denn Dollar.
    Nur beim Euro ist derzeit alles viel offensichtlicher. Die Geldpolitik der EZB ist nichts anderes als ein Akt purer Verzweiflung. Die EZB wird so viele Billionen drucken, bis alles Vertrauen zerstört ist!

    In der Zwischenzeit scheint der Dollar der Gewinner zu sein.

    Doch der Tag der Wahrheit rückt auch beim privaten FED-Dollar näher - auch wenn der Abrechnungstag derzeit nicht so stark sichtbar ist wie bei der EZB-Währung.

    Doch am Ende bleibt nur Gold!
    Es ist äußerst beachtlich, dass die Edelmetallpreise - auch Silber - sich in den letzten Monaten extrem von der Rohstoffbaisse abkoppeln konnten.

    Das ist ein gutes und ein schlechtes Zeichen: Es sind die Vorboten des Schuldgeldsystem-Kollapses. Es bedeutet, dass immer mehr Menschen in den sicheren Hafen Gold fliehen. Sollte jedoch das Schuldgeldsystem tatsächlich kollabieren, dann gibt es nur Verlierer.
    Die Welt wird dann nicht mehr so sein, wie wir sie kennen.

    Sollten wir uns nicht lieber fragen, ob es nicht an der Zeit ist, ein neues Geldsystem einzuführen?

    Ein Geldsystem ohne Schulden und Zwang zu immer mehr Wachstum?

    Oder die Erdlinge können sich bald ein neues Zuhause suchen, nachdem sie ihren eigenen Planeten zerstört haben!

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

  • Zertifikate oder irgend so etwas. Nie im Leben!!
    Gold am Besten im Garten.

  • ETC - also Inhaberschuldverschreibungen - Zertifikate oder Barren/ Münzen... Wie steht es mit Tresorgold? Wer möchte heutzutage schon Gold zuhause lagern? Sicher nicht zur "Absicherung".

  • "Viele Experten sind skeptisch. "
    Leute kauft Gold, die Experten liegen fast immer daneben.

  • Welche Anlage ist eigentlich NICHT spekulativ? Die griechische Staatsanleihe, für die das Handelsblatt vor Jahren geworben hat? Sogar Bargeld verliert über die Jahre an Kaufkraft; zuweilen sogar binnen Stunden. Alles schon dagewesen...

  • Naja wie soll das denn bitte gehen? Kommen da die Jungs von der Regierung mit Metalldetektorn in alle Wohnungen?
    Ich würd mal sagen das Edelmetalle im Moment die einzige Möglichkeit darstellen wenigstens einen Teil seines Vermögens zu retten. Ich spreche wohlgemerkt von der Unze
    zu Hause, nicht von irgendwelchem Luftgold wie ETF. Die Unze zu Hause ist das einzige worauf der Staat keinen Zugriff, ja nicht einmal Kenntnis hat (Tafelgeschäft).
    Werden die Zeiten turbulent, und das steht uns bevor soll der Staat den Goldbesitz ruhig verbieten. Gegen was sollte man denn in der Krise das Gold tauschen? Etwa gegen
    crashendes Papiergeld? Nein, jede Krise geht zuende, wenn der Pulverrauch sich verzogen hat wirds interessant.
    Die Immobesitzer haben eine Grundschuld eingetragen bekommen (Lastenausgleichsgesetz) oder wurden Zwangsvollstreckt weil die Finanzierung zusammengebrochen ist, Aktien haben auch Federn gelassen einige Firmen sind pleite gegangen. Barvermögen sind komplett vernichtet. Ich aber hole meine Unze raus, und siehe da sie glänzt genauso wie vorher, wiegt genauso viel wie vorher und wird auch wieder legal handelbar sein. So hat es einige 1000 Jahre funktioniert.

  • "Es galt früher als Grundbaustein eines jeden konservativen Portfolios. Doch die Zeiten sind längst vorbei. Im Jahr 2013 beispielsweise verlor das Edelmetall 28 Prozent an Wert."

    Das Problem hat man jetzt ja wieder. Offensichtlich sind die europäischen Politiker nicht in der Lage, die europäischen Krisen mit dem naheliegenden politischen Maßnahmen zu lösen.
    Vielen ist es nicht (mehr) bewusst: Der komplizierte Teil des QE ist nicht das Ingangsetzen, sondern das wieder einsammeln. Die folgende Bilanzrezession würgt die Wirtschaft unkontrolliert und zu schnell ab, wenn es hart auf hart kommt. (Stellen Sie sich mal vor, das Geld würde wirklich wie erhofft in der Realwirtschaft landen...)

    Wenn die Regierungen und EZB bereits in der jetzigen Situation bezüglich der gebotenen Umsicht versagen, werden sie es erst recht beim zweiten Teil tun. Nach 10 Jahren Krise wird niemand Verständnis dafür aufbringen können, dass die Wirtschaft wieder ausgebremst wird. Ergo: Gold wird auf gegenwärtigem Niveau als Absicherung attraktiv bleiben.


  • In dem USA wurden 1933 alle 20 US-Gold-Dollar vom Staat einkassiert ????????????

    Was glaubt der Europäer was dem Europäer bei weiterem verschulden der EU zu vorsteht ???????????????




  • „Gold ist eher eine spekulative Anlage“

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    Nur wer GOLD in den eigenen Hände hält...

    hat auch eine Wahre Währung !

    Aktien sind ein Stück Papier im Depot...

    Geld verliert täglich seine Kaufkraft...

    und Gold bleibt einem erhalten...

    außer man wird politisch ausgeraubt.






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