Nach Devisen-Skandal
Bankenaufseher wollen kein staatliches Devisenfixing

Banken könnten anstelle fester Mittelkurse feste Gebühren für Devisengeschäfte setzen – so der Vorschlag des Finanzstabilitätsrates nach dem Devisenskandal. Eine harte Regulierung der Branche wagt die Aufsicht nicht.
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LondonTrotz des globalen Manipulationsskandals bei Devisen-Referenzkursen wollen die internationalen Bankenaufseher die Festlegung von Wechselkursen nicht in staatliche Hände nehmen. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der 20 größten Industrie- und Schwellenländer schlug am Dienstag ein neues Verfahren zur Berechnung des täglichen Devisen-Fixings vor. Eine direkte staatliche Regulierung soll es aber nicht geben. Am Devisenmarkt werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Das Segment ist der größte Markt im globalen Finanzsystem - allerdings auch der am wenigsten regulierte.

Die Referenzkurse dienen Unternehmen und großen Anlegern wie Investmentfonds als Basis für ihre Währungsgeschäfte. Eine Reihe von Großbanken steht im Verdacht, bei der Festlegung der Kurse getrickst zu haben. Die weltumspannende Untersuchung dazu läuft seit dem Frühjahr.

Die Vorschläge des FSB gehen zwar über die Erwartungen am Finanzmarkt hinaus. Allerdings schrecken die Regulierer davor zurück, dem Markt das Fixing aus der Hand zu nehmen. So schlägt das FSB vor, Banken sollten die Praxis prüfen, ihren Kunden zu versprechen, eine Währung zum jeweils festgesetzten Mittelkurs zu liefern. Stattdessen sollten sie etwa eine feste Gebühr erheben.

Außerdem schlägt das FSB zur Festlegung der Referenzkurse ein unabhängiges System zur Verringerung der zahlreichen Kauf- und Verkaufsaufträge vor. Diese könnten großteils miteinander verrechnet und nur noch die verbleibenden Orders berücksichtigt werden. Zurzeit werden alle innerhalb einer "Fixing-Minute" von den Marktteilnehmern gestellte Kurse zum An- und Verkauf einer Währung erhoben und daraus der Mittelwert errechnet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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