Nach Euro-Gipfel
Euro nimmt wieder Kurs auf 1,40 Dollar

Die Ergebnisse des Euro-Gipfels werden am Devisenmarkt positiv aufgenommen: Die Gemeinschafswährung steigt deutlich über 1,39 Dollar. Der Yen legte zu nächst zu, nach Milliardenstützen der Bank of Japan fällt er aber.
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FrankfurtDer Euro hat sich am Montag über der Marke von 1,39 US-Dollar eingependelt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete im frühen Handel 1,3936 US-Dollar. Der Dollar war damit 0,7175 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Freitag auf 1,3773 (Donnerstag: 1,3817) Dollar festgesetzt.

Der Euro profitierte vor allem vom Ausgang des Euro-Gipfels am Wochenende. Vor Beginn des Sondergipfels der Euro-Zone zum Rettungsschirm am Freitag hatte der Euro noch bei rund 1,38 Dollar notiert. „Die Erwartungshaltung des Marktes war gering. Daher fiel die Überraschung teilweise positiv aus“, kommentierten die Devisen-Analysten der Commerzbank das Treffen in Brüssel.

Nach Einschätzung der Experten könnte die Erholung allerdings schon bald auslaufen. Skeptisch werteten sie den Umfang der reduzierten Zinslast für Griechenland. Das hoch verschuldete Land muss für Hilfskredite nur noch fünf Prozent und damit einen Basispunkt weniger als bislang zahlen. „Auch bei dieser Zinslast wird es den Hellenen nicht gelingen, ihren Schuldenstand zu stabilisieren“, heißt es in dem Marktkommentar.

Das Beben in Japan sorgte dagegen für weniger Bewegung am Markt als erwartet: „Die Katastrophe in Japan hat am Devisenmarkt nicht zu einer allgemeinen Flucht in Qualität geführt“, heißt es von der Commerzbank. Dies zeige, dass die ökonomischen Auswirkungen - wahrscheinlich berechtigterweise - als lokal begrenzt angesehen würden.

Nur beim Yen seien im Zuge der erwarteten Rückführung von Kapital in das eigene Land zunächst deutliche Kursgewinne festzustellen gewesen. Von dem Rückfluss von im Ausland angelegten Geldern habe der Yen zunächst stark profitiert, heißt es in der Studie. Nun seien aber einige belastende Faktoren hinzugekommen. So pumpe die japanische Notenbank zusätzliche Liquidität in Milliardenhöhe in den Markt. Auch die Anleihenkäufe seien ausgeweitet worden. Dies belaste den Yen. Ein Euro kostete am Morgen 114,41 japanische Yen. Zwischenzeitlich waren nur noch 112,71 Yen zum Kauf eines Euro nötig gewesen. Vor dem Erdbeben hatte ein Euro 114,40 Yen gekostet. Zum US-Dollar stieg der Yen-Kurs auf 82,50 Yen je Dollar.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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