Nach EZB-Entscheidung
Euro auf Berg- und Talfahrt

EZB-Chef Mario Draghi setzt den Euro unter Druck und ist nach eigener Aussage bereit, ab Juni auch unkonventionelle Mittel einzusetzen. Der Kurs der Gemeinschaftswährung zeigte sich daraufhin reichlich unentschlossen.
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FrankfurtDer Euro ist am Donnerstag deutlich ins Minus gerutscht. Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi ließen den Kurs der Gemeinschaftswährung jedoch auch kräftig schwanken. Am Nachmittag fiel der Euro bis auf 1,3849 US-Dollar, nachdem er zuvor mit 1,3993 Dollar den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren erreicht hatte. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3953 (Mittwoch: 1,3927) Dollar festgesetzt.

Am Devisenmarkt waren alle Augen auf Draghi gerichtet. Zwar tastete die Notenbank den seit November auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent liegenden Leitzins nicht an und verzichtete auch sonst auf jegliche Maßnahmen im Kampf gegen Mini-Inflation und Wirtschaftsschwäche. Der Euro legte deshalb zunächst kräftig zu. Draghi stellte dann jedoch zusätzliche geldpolitische Lockerungen in Aussicht und brachte die Einheitswährung damit stark unter Druck.

Europas oberster Währungshüter habe mit seinen Worten den Weg für einen „Griff in die Instrumentenkiste“ im kommenden Monat geebnet, kommentierte Volkswirt Mario Gruppe von der NordLB. Draghi hatte gesagt, der EZB-Rat sei geschlossen bereit, schon auf der nächsten Sitzung im Juni auch unkonventionelle Mittel einzusetzen. Dazu zählen unter anderem breit angelegte Anleihekäufe zur Konjunkturbelebung.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,82330 (0,82070) britische Pfund, 141,95 (141,68) japanische Yen und 1,2178 (1,2186) Schweizer Franken festgelegt. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1287,00 (1296,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 29 290,00 (29 790,00) Euro.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Draghila hat wieder zugebissen
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    Der ClubMed hat sich - wie immer - durchgesetzt.
    Er (der ClubMed) hat Europa im "Klammergriff".
    Und jetzt will Draghila den Euro zwangsweise abwerten. Er hat schon angekündigt, dass ihm hierfür viele Mittel zur Verfügung stehen. (ABS, OMT, ELA, LTRO, etc.).
    Ihm schwebt eine Parität mit dem Dollar vor.
    Und er will Inflation! Am besten 10%. Als Italiener ist er das ja gewohnt. Er hat die EZB ja schon zur Banca d'Italia "umgebaut".
    1982 lag die Rendite für 10-jährige Anleien bei 22,5%.
    http://www.markt-daten.de/charts/zinsen/staatsanleihen-eu.htm#italien

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