Nach Fed-Entscheid
Euro entfernt sich von Höchststand

Zweifel an weiteren Zinssenkungen in den USA haben am Donnerstag den Euro und festverzinsliche Papiere belastet. Den Rekordstand von Mittwochabend hielt die Gemeinschaftswährung nicht.

HB FRANKFURT. Der Euro wurde um 1,4430 Dollar gehandelt, nachdem sie am Mittwochabend unmittelbar nach der US-Zinssenkung erstmals die Marke von 1,45 Dollar geknackt hatte. Damit war der Euro - auch gemessen an der D-Mark - so teuer wie nie zuvor.

„In einer ersten Euphorie hat die erfüllte Zinsspekulation den Euro noch einmal angetrieben, aber das Statement ließ dann darauf schließen, dass zunächst keine weiteren Zinssenkungen zu erwarten sind. Jetzt fehlt erst einmal die Argumentation, den Euro weiter nach oben zu treiben“, sagte Händler Volker Weber von MM Warburg. Der Bund-Future gab 66 Ticks nach auf 112,67 Zähler. Die zehnjährige Bundesanleihe büßte 19 Ticks ein auf 99,44 Zähler und rentierte mit 4,318 Prozent.

Die US-Notenbank (Fed) hatte den Leitzins zur Stützung der Wirtschaft um 25 Basispunkte auf 4,5 Prozent gesenkt, womit die meisten Investoren gerechnet hatten. Die Währungshüter nahmen auch den Diskontsatz um 25 Basispunkte auf 5,00 Prozent zurück. Die Fed erklärte daraufhin, die Inflationsrisiken seien nun etwa genauso stark wie die Abwärtsrisiken beim Wachstum. Nach dieser Aussage rechne der Markt nicht mehr mit einer weiteren Zinssenkung im Dezember. „Fast die Hälfte der Anleger geht davon aus, dass sogar bis März nichts mehr passiert“, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Dieses Stimmungsbild kann sich aber sehr schnell wieder ändern, wenn Schwächeanzeichen von den Verbrauchern kommen.“ .

Die US-Wirtschaft wird zu mehr als zwei Dritteln vom privaten Konsum getragen. Das Bruttoinlandsprodukt in den USA war im dritten Quartal erstaunlich robust ausgefallen, das Vertrauen der Verbraucher in ihre Wirtschaft war zuletzt allerdings zurückgegangen.

Hinweise auf die aktuelle Stimmung im verarbeitenden Gewerbe dürfte am Nachmittag der ISM-Index (15.00 Uhr MEZ) geben. Rückschlüsse auf das Konsumentenbefinden erhofften sich Anleger von den Zahlen zum Autoabsatz im Oktober.

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