Nach Fed-Zinsentscheid: Euro steigt auf Fünf-Wochen-Hoch

Nach Fed-Zinsentscheid
Euro steigt auf Fünf-Wochen-Hoch

Die US-Notenbank Fed hat die US-Leitzinsen vorerst nicht erhöht. Dem Euro verhilft das nach oben. Die Aktien deutscher Exportunternehmen rutschen dagegen deutlich ab. Am Donnerstag stehen weitere Zinsentscheidungen an.

DüsseldorfVon der gestrigen Freude über die behutsame Straffung der US-Zinspolitik ist auf dem Börsenparkett keine Spur mehr geblieben. Der Grund: Der Euro steigt wieder. Am Morgen kletterte die europäische Gemeinschaftswährung über die Marke von 1,13 US-Dollar und damit auf ein Füf-Wochen-Hoch. Zuletzt erreichte der Euro am 12. Februar diesen Wert, davor Ende Oktober 2015.

Für Anleger bedeutet der steigende Euro vor allem, dass die Aktien europäischer Exportunternehmen an Wert verlieren. Der Dax – am Morgen solide bei 10.051 Punkten gestartet – drehte am Vormittag ins Minus. Zuletzt stand der Index 1,8 Prozent tiefer bei 9808 Punkten. Exportstarke Unternehmen wie beispielsweise die Autohersteller Volkswagen, Daimler und BMW oder die Chemiewert wie Bayer oder BASF kostet der starke Euro Gewinne. BMW war mit einem Minus von 3,4 Prozent unter den größten Verlierern im Dax. Auch die Daimler-Aktie verlor mit knapp drei Prozent deutlich.

„Die amerikanische Notenbank erlebt gerade ihr Waterloo”, kommentiert cmc-Analyst Jochen Stanzl die Marktreaktionen auf die gestrige Zinsentscheidung der Fed. „Während in den USA eine Arbeitslosenquote von 4,9 Prozent und eine Kerninflationsrate von 2,3 Prozent auf den ersten Blick das Fed-Mandat erfüllen und es der Wirtschaft gut geht, sieht die Realität offenbar ganz anders aus. Die Partizipationsrate der Bevölkerung am Aufschwung ist auf einem Tiefpunkt angelangt.”

Die US-Notenbank hat am gestrigen Mittwoch angekündigt, die Zinsen im laufenden Jahr nur zwei Mal zu straffen. Im vergangenen Jahr gab sie ursprünglich bekannt, den Zinssatz insgesamt vier Mal steigern zu wollen. Auf diese neuerliche „zweite Zinswende” reagierten die Märkte nun mit einer Aufwertung des Euro, so Stanzl. Ayako Sera, Marktstrate bei der japanischen Bank Sumimoto Mitsui sieht in dem Zinsentscheid einen geschickten Schachzug der Fed: „Die Marktreaktion, Dollar zu verkaufen ist sehr im Sinne der Fed, da sie günstige Konditionen für ein Land schafft, dass die Zinsen erhöht, aber gleichzeitig die Stärke seiner Währung zu begrenzen versucht”, Sera.

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