Nach Höhenflug
Ölpreis sinkt unter 140 Dollar

Die Ölpreise sind am Dienstag unter die Marke von 140 Dollar gesunken. Trotz der deutlichen Rückgänge seit Beginn der Woche geben Experten aber keine Entwarnung. Unterdessen kann die EU im Kampf gegen die hohen Energiepreise einen Etappensieg vermelden.

HB NEW YORK/LONDON. Die Preise entwickelten sich weiterhin sehr sprunghaft und eine neue Rekordjagd jederzeit möglich, hieß es. Im frühen Nachmittagshandel rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur August-Lieferung auf ein Tagestief von 138,68 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf legte der WTI-Preis wieder auf zeitweise 139,11 Dollar zu. Das sind 2,25 Dollar weniger als späten Montagabend.

Ein Fass der Nordseesorte Brent rutschte im Handelsverlauf um 2,30 Dollar auf 139,57 Dollar ab. Am vergangenen Donnerstag hatten die Ölpreise Rekordstände von 145,85 Dollar (WTI) und 146,69 Dollar (Brent) markiert. Händler erklären den aktuellen Preisrutsch mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA. Am Mittwoch werden die neuesten Daten zu den Lagerbeständen in den USA veröffentlicht. Außerdem habe der Kurs des US-Dollar an den Devisenmärkten zuletzt wieder etwas zulegen können.

Experten rechnen aber noch nicht mit einer nachhaltigen Entspannung beim Ölpreis. Mit einem etwas schwächeren Dollar dürfte der Druck auf die Ölpreise wieder nachlassen, sagte beispielsweise der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Außerdem werde die Gefahr für die Ölfördereinrichtungen im Golf von Mexiko durch verheerende tropische Wirbelstürme langsam akut. Der aktuelle Hurrikan „Bertha“ habe im Atlantik bereits eine gefährliche Stärke erreicht, sagte Weinberg. Die Ölfördergebiete vor der Küste der USA dürften von diesem Sturm zwar verschont bleiben, dennoch trage dies zur allgemeinen Unsicherheit am Markt bei.

In den vergangenen Tagen wurde als möglicher Preis für die nächsten Jahre auch die Marke von 200 Dollar je Barrel genannt. OPEC- Präsident Chakib Khelil zuletzt Ölpreise von bis zu 170 Dollar für die Sommermonate prognostiziert.

Zur gleichen Zeit versuchen aber die Staats- und Regierungschefs der sieben wichtigsten Industriestaaten und Russlands (G8), die Lage am Ölmarkt zu entspannen, erklärte Energie-Experte Dave Ernsberger von Informationsdienst „Platts“ in Singapur den fallenden Ölpreis. Die G8 wollen dazu betragen, dass die Ölförderung steigt und zugleich Energie effizienter verbraucht wird. Bei dem Gipfeltreffen im japanischen Toyako betonten die G8-Politiker zugleich die Gefahr hoher Ölpreise für die Weltwirtschaft.

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