Nach Kurssturz
Silber grenzt Verluste ein

Einen solchen Schock gab es seit der Lehman-Pleite nicht: Der Preis für die Feinunze Silber brach am Montagmorgen kräftig ein. Am Nachmittag erholten sich die Preise aber etwas.
  • 2

FrankfurtMassive Gewinnmitnahmen haben Silber am Montag zeitweise auf Talfahrt geschickt. Der Preis für eine Feinunze dieses Edelmetalls brach um bis zu zehn Prozent auf 43,04 Dollar ein. Dies war der größte Tagesverlust seit den Turbulenzen rund um die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008. Als Auslöser nannten die Analysten der Commerzbank die Ankündigung der New Yorker Warentermin-Börse Comex, die Sicherheitsleistungen (Margen) bei Silber-Kontrakten um 13 Prozent anzuheben.

Im Tagesverlauf konnte der Rohstoff die Verluste aber größtenteils aufholen. Im Nachmittagshandel kostete Silber am Kassamarkt 46,61 Dollar je Unze und damit 2,7 Prozent weniger als am Freitagabend.

„Wir hatten bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass der jüngste Preisanstieg von Silber übertrieben und eine Korrektur überfällig war“, betonten sie in ihrem Marktkommentar. Spekulativ orientierte Anleger hätten ihre Kauf-Positionen in der vergangenen Woche weiter zurückgefahren. Rohstoff-Experte Ole Hansen von der Saxo Bank betonte, die Nachricht vom Tod des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden habe die Talfahrt noch beschleunigt.

Bereits in der vergangenen Woche warnte Commerzbank-Rohstoff-Analyst Daniel Briesemann vor einem Einbruch: "Die Volatilität ist in den vergangenen Tagen stark angestiegen, das zeigt die Nervosität der Investoren. Silber kann vielleicht noch abschließend über 50 Dollar steigen, aber dann könnte es zu einem regelrechten Crash kommen", sagte Briesemann. Der Preis sei vor allem von spekulativen Investoren nach oben getrieben worden. Lege man nur die Nachfrage der Industrie zugrunde, sei lediglich ein Preis von 20 Dollar je Unze gerechtfertigt, rechnete Briesemann vor. "Ein Absturz bis auf 30 Dollar würde mich daher nicht überraschen."

Seit der Lehman-Pleite hat sich der Silber-Preis fast vervierfacht und markierte vergangene Woche mit 49,51 Dollar den höchsten Stand seit 1980. Gold verbuchte in diesem Zeitraum lediglich ein Plus von 115 Prozent und stieg am Montag unmittelbar vor der Bin-Laden-Nachricht auf ein neues Rekordhoch von 1575,79 Dollar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)

Kommentare zu " Nach Kurssturz: Silber grenzt Verluste ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Klar hält der Trend an, dann kommt nochmal ne Korrektur, aber der Trend ist immer noch intakt... Das ist dann die perfekte Gelegenheit um Nachzukaufen, wenn es dann wieder erwarten doch um 50% einbricht, kann man nochmal nachkaufen es gibt immer nur Kaufkurse! Rafft es endlich mal das man das Zeug auch mal verkaufen muss, spätestens wenn sich das eigene Vermögen gedrittelt hat werdet Ihr weinen, wetten? Gruss die Dotcom Blase :-)

  • Also ich muss mich schon wundern, dass wenn der Preis für Silber mal 10 Prozent fällt, gleich Analysten kommen und meinen, dass das nun der Beginn eines Crashes ist.
    Das ist in meinen Augen eine ganz normale Korrektur. Schließlich ist der Silberpreis ja auch enorm gestiegen.
    Der Trend nach oben wird aber anhalten. Wetten?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%