Nach neuem Rekord Bitcoin stürzt um 18 Prozent ab

War's das jetzt für die Bitcoin-Bullen? Die Kryptowährung verliert in kurzer Zeit über 2000 Dollar, nachdem sie zuvor neue Rekorde aufgestellt hatte und große Bitcoin-Börsen überlastet waren.
Update: 30.11.2017 - 18:33 Uhr 8 Kommentare
Bitcoin: Kryptowährung stürzt um 18 Prozent ab Quelle: AFP
Auf und ab

Die Kryptowährung Bitcoin hat nach einem Rekordsprung in kurzer Zeit über 2000 Dollar verloren.

(Foto: AFP)

New YorkDer Bitcoin ist bekannt für seine großen Schwankungen. Am Mittwochabend ging es für die digitale Währung erneut abwärts. Nach einem „Flash-Crash“ war der Bitcoin innerhalb weniger Stunden um gut 20 Prozent abgestürzt, am Donnerstag ging es weiter runter. Zuvor hatte die weltweit größte Kryptowährung jedoch noch neue Rekorde aufgestellt.

Erst am Montag durchbrach der Bitcoin die Rekordmarke von 10.000 Dollar und erreichte am Dienstagmittag ein neues Allzeithoch von 11.434 Dollar. Danach ging es rapide abwärts. Der Kurs pendelte sich in der Nacht zunächst knapp unterhalb der 10.000-Dollar-Marke ein.

Vor dem Crash hatten die großen Bitcoin-Börsen Coinbase und Gemini Ausfälle gemeldet, weil sie der Nachfrage nicht mehr Standhalten konnten. „Es ist nicht überraschend, dass wir hier etwas Konsolidierung sehen“, sagte Jonathan Krinsky vom Analysehaus MKM-Partners dem US-Börsensender CNBC. Schließlich sei der Bitcoin in den vergangenen Tagen deutlich in die Höhe geschossen.

Am Dienstagvormittag hatte zudem die US-Technologiebörse Nasdaq angekündigt, im kommenden Jahr Bitcoin-Futures anzubieten.

Grundsätzlich ist die Branche weiter zuversichtlich, dass es mit der Kryptowährung aufwärts geht. Ari Paul, Investment-Chef vom Krypto-Hedgefonds Blocktower Capital geht davon aus, dass in den kommenden Monaten auch große institutionelle Investoren einsteigen werden. „Mit den Futures, die ab Dezember an der Terminbörse CME gehandelt werden, können auch Stiftungen und Pensionsfonds einsteigen“, sagte er am Dienstag auf der Branchenkonferenz Consensus Invest in New York.

Viele Risikokapitalgeber seien längst in Kryptowährungen investiert. Und von den zehn größten Family Offices des Landes hielten mindestens sieben digitale Währungen. In den kommenden Monaten könnten weitere institutionelle Investoren folgen.

Dr. Ingo Fiedler, der an der Universität Hamburg zu Kryptowährungen forscht und zurzeit in Montréal lehrt, schätzt die Lage am Markt ebenfalls differenziert ein. „Der Markt für Kryptowährungen ist stark überhitzt und etwas stärkere Kursschwankungen sind wahrscheinlich.“ Was zum einen an Gewinnmitnahmen früh eingestiegener Investoren und dem großen Interesse neuer Investoren liegt. „Gleichwohl sind die prozentualen Änderungen des Kurses bei weitem nicht mehr so drastisch wie in den vergangenen Jahren“, sagt Fiedler.

Preisschwankungen seien fester Bestandteil von allen an Börsen gehandelten Vermögenswerten. Sie würden daher auch immer den Bitcoin-Kurs begleiten, so Fiedler. Aktuell liege hier die 30-Tage Volatilität bei knapp 4,5 Prozent. Bei den gängigen Devisen liege sie zwischen 0,5 und 0,8 Prozent, bei Gold etwa bei 1,2 und beim deutschen Aktienindex Dax bei 2,7 Prozent. „Dabei gilt es zu bedenken, dass die Volatilität des Bitcoins seit Jahren abnimmt. Das spricht für einen Marktreifungsprozess“, sagt Fiedler.

Die Vorstellungen darüber, welche Rolle Bitcoins zukünftig in der Finanzwelt spielen werden, überschlagen sich derzeit. Und so manche Idee hält der Realität nicht stand. Fiedler erklärt: „Bitcoin als Weltreservewährung ist in meinen Augen eine Utopie. Wahrscheinlicher ist, dass Bitcoin die Funktion eines Spekulationsobjektes behält und zudem die Funktion des ,digitalen Goldes' übernimmt – also eines Wertspeichers, der mit den traditionellen Finanzmärkten unkorreliert ist.“

Ökonomie-Nobelreisträger Joseph Stiglitz geht sogar einen Schritt weiter und warnte vor der Krypto-Währung, die in diesem Jahr allein rund 1.000 Prozent zugelegt hat. Der Bitcoin sei nur erfolgreich, weil er nicht reguliert sei und Potenzial habe, bestehende Regeln zu umgehen, sagte der Professor der New Yorker Columbia University. „Mir scheint, er müsste verboten werden. Er erfüllt keine sinnvolle soziale Funktion.“

Mit Blick auf die Zukunft schließt Krypto-Forscher Ingo Fiedler auch das Worst-Case-Szenario nicht aus: „Die Wahrscheinlichkeiten eines schnellen und eines langsamen Niedergangs des Bitcoins sind nicht zu unterschätzen.“

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8 Kommentare zu "Nach neuem Rekord: Bitcoin stürzt um 18 Prozent ab"

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  • Richtig Herr Metz, Sachwerte machen das Rennen.

  • @ Peter Spiegel

    Stimmt, Pfandflaschen sind eigentlich ein krisensicheres Investment. ;-)
    Aber aufpassen: sie sind kein guter Inflationsschutz, da die Kaufkraft des Pfandbetrages bei Inflation ja mit abbnimmt. Das lässt sich aber abhedgen, z.B. mit vollen Flaschen, die mit exquisitem Wein gefüllt sind (Weininvestment): bei denen haben wir nämlich eine Asset-Inflation.

  • Ich horte Flaschen, das Pfand ist absolut stabil. Kronenkorken habe ich aufgegeben,
    die bringen nichts.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte verwenden Sie keine Videos oder Links anderer Seiten.

  • Gut möglich das der Hype demnächst weitergeht und der Bitcoin demnächst noch auf 15000 Dollar oder mehr steigt, noch ist die Anzahl der Idioten größer als die Anzahl der Bitcoins.

    Ich bin noch einer der MtGox Geschädigten wenn auch nur im damals niedrigen 2 stelligem Bereich, heute wäre der "Wert" meines damaligen Anteils sicherlich 4 stellig.

    Alle institutionellen Anleger die in den Hype jetzt einsteigen weil Kunden das nachfragen werden das Ganze erstmal noch befeuern.

    Sollte es irgendwann an der Börse zu deutlichen Kurskorrekturen kommen werden die Bitcoinjünger versuchen ihre Coins zu Geld zu machen und alle gleichzeitig zur gleichen Tür rauswollen, dann wird es ganz schnell eng am Markt.

    Im Übrigen kann man die Zahlenreihe eines Bitcoins auch ausdrucken und in die Ecke oder den Tresor legen und ist nicht auf die elektronische Speicherung angewiesen.

    Der Gesetzgeber muß nur regulieren wenn es systemrelevant oder nachweislich kriminell wird, warum sollte er eingreifen wenn Spekulanten sich darauf einigen das eine virtuelle Währung eine Fantastillion "wert" ist und so möglicherweise ihr Geld versenken, es gibt keinen Anspruch auf gesetzlichen Schutz vor eigener Dummheit.

    Die steurliche Bewertung von Spekulationsgewinnen ist, wenn ich mich recht an einen Presseartikel erinnere, dem Gold analog d.h. nach Ende der Spekulationsfrist ist das Ganze vermutlich steuerfrei.

  • .... und manchmal verliert man sie auch ....
    https://www.n-tv.de/wirtschaft/Millionen-Bitcoins-sind-fuer-immer-verloren-article20158230.html
    SEHR GUTER ARTIKEL!!!! Zitat daraus:
    "Gründe hierfür gibt es viele: Der Computer geht kaputt. Bitcoin-Besitzer verlieren ihre digitalen Wallets durch technische Defekte, sie vergessen die Passwörter. Oder sie sterben"

  • "Nach einem „Flash-Crash“ war der Bitcoin innerhalb weniger Stunden um gut 20 Prozent abgestürzt"


    Pffffffffffft. Peng.

  • Pullback
    So nennt sich die Kursbewegung!
    Bitcoin könnte eine Spekulationsblase sein! Vorsicht!!

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