Nach neuem Rekordstand
Ölpreis beendet vorerst Höhenflug

Der Ölpreis ist am frühen Dienstagmorgen im New York um 0,29 Prozent auf 44,71 Dollar je Barrel gefallen. Damit wurde der Preisauftrieb vorerst gebremst.

HB NEW YORK/BAGDAD. Öl zur September-Auslieferung hatte am Vortag am New Yorker Warenterminmarkt Nymex um 89 Cent zugelegt und beim offiziellen Handelsschluss mit 44,84 Dollar einen neuen Rekord aufgestellt.

Zudem ist bekannt geworden, dass der Irak seine Öl-Exporte nach Angaben aus Branchenkreisen am Mittwoch in voller Höhe wieder aufnehmen will. Der Preis für die führende Nordsee-Sorte Brent verbilligte sich nach Bekanntwerden dieser Nachricht um 0,77 % auf 41,24 Dollar.

Der Vertreter einer irakischen Ölgesellschaft ging davon aus, dass zwei am Montag nach Anschlägen geschlossene Pipelines am Mittwoch wieder geöffnet werden können. „Wir erwarten, dass sich die Situation morgen verbessert, und wir beide Pipelines in Betrieb haben werden“, sagte der Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Von dem Anschlag war am Vortag eine größere 48-Zoll-Leitung getroffen worden. Der Schaden wurde jedoch als gering bezeichnet. Die zweite Pipeline, eine kleinere 42-Zoll-Leitung, wurde den Angaben zufolge am Dienstag aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Am Montag war aus Kreisen der Ölindustrie verlautet, die Förderung sei nach einer Drohung der Mehdi-Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Moktada al-Sadr gestoppt worden. Diese Nachricht hatte den Ölpreis in die Höhe getrieben. Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leichtöl erreichte den höchsten Stand seit Einführung der Öl-Futures 1983. Ein Sprecher Al-Sadrs hatte die Angaben der Ölindustrie jedoch als falsch zurückgewiesen. Solche Drohungen habe es nicht gegeben, sagte er. Trotzdem rieten Ölfirmen in Basra ihren Mitarbeitern auch am Dienstag, zu Hause zu bleiben. Der Irak exportiert zurzeit rund 1,9 Mill. Barrel Öl pro Tag. Alle Lieferungen werden über zwei Terminals südlich von Bagdad verladen. Eine weitere Pipeline im Norden des Landes ist seit Beginn der US-geführten Invasion im vergangenen Jahr fast durchgehend geschlossen.

Auslöser für die festen Ölpreise waren in den vergangenen Tagen und Wochen die Sorge über die Zukunft des größten russischen Ölexporteurs Yukos sowie die Angst vor weiteren Terroranschlägen auf Ölanlagen im Irak. Die Versorgungslage ist nach Darstellung von Ölhändlern weiterhin extrem gespannt, da der Verbrauch weltweit stark zulegt. Dies gilt vor allem für China und andere asiatische Länder sowie die USA.

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