Nach Notreserven-Freigabe
Ölpreis fällt weiter

Auf die Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA), nach der Hurrikan-Katastrophe den USA Öl aus Notreserven zur Verfügung zu stellen, hat der Markt mit einem Rückgang der Ölpreise reagiert. Der Iran kündigte derweil an, dass die Opec ihre Förderlimit um 0,5 bis 1,0 Millionen Barrel pro Tag anheben wird.

HB SINGAPUR/WIEN/TEHERAN. Zu Handelsbeginn am Montag fiel der Ölpreis für die Sorte Brentum 81 Cent auf 65,25 Dollar pro Barrel (1 Barrel = 159 Liter). Die Terminmärkte für Öl- und Benzin hatten bereits zuvor auf die Ankündigung der IEA mit einem deutlichen Rückgang der Preise reagiert.

Um die Benzinknappheit in den USA zu lindern, hatte Präsident George W. Bush am Freitag die Freigabe von 30 Millionen Barrel Öl aus der US-Notreserve angekündigt. Zuvor hatten sich unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien bereit erklärt, die gleiche Menge Öl und Ölprodukte im Rahmen einer von der IEA in Paris koordinierten Aktion zur Verfügung zu stellen. Die von Bush um Hilfe gebetene IEA hatte am Freitagabend angekündigt, für einen Zeitraum von zunächst 30 Tagen zwei Millionen Barrel täglich aus Reserven ihrer Mitglieder freizugeben, um die Produktionsausfälle der US-Raffinerien auszugleichen.

Leichtes US-Öl zur Lieferung im Oktober hatte sich dabei zeitweise um 1,90 Dollar auf weniger als 66,90 Dollar je Barrel verbilligt. Unmittelbar nach dem Hurrikan war der Ölpreis in den USA auf ein Rekordniveau von 70,85 Dollar geklettert.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist ebenfalls gefallen. Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) aus den Fördergebieten des Kartells im Durchschnitt 60,73 US-Dollar. Das waren 64 Cent weniger als am Vortag (61,37 Dollar), teilte das OPEC-Sekretariat am Montag mit. Der so genannte Korbpreis für OPEC-Rohöl wird auf der Basis von elf wichtigen Sorten des Kartells berechnet.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) wird ihr Förderlimit bei dem am 19. September stattfindenden Ministertreffen nach Aussage des iranischen OPEC-Delegierten Hussein Kazempour Ardebili um 0,5 Mio bis 1,0 Mio Barrel pro Tag (bpd) anheben. Voraussichtlich werde eine solche Entscheidung getroffen werden, um einen Beitrag zur Stabilisierung an den Ölmärkten zu leisten, erklärte Ardebili am Sonntag auf der Website seines Ministeriums.

Ausschlaggebend würden allerdings das Niveau von Preisen, Lagerbeständen und der Förderung der Nicht-OPEC-Länder zu diesem Zeitpunkt sei. Der iranische OPEC-Delegierte hält für die Wintermonate sowohl einen Ölpreis von 70 bis 75 USD als auch einen Preisrückgang auf 60 USD für möglich.

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