Nach Preisanstieg
Ölpreise sinken leicht

Nach dem Höhenflug vom Vortag erholt sich der Ölpreis wieder leicht. Grund für den Verkaufsdruck sei ein Anstieg der Ölreserven in den USA. Händler warten die weitere Entwicklung im Konflikt mit Syrien ab.
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SingapurDie Ölpreise sind am Donnerstag wieder etwas gesunken. Händler nannten einen Anstieg der Ölreserven in den USA als Grund für den Verkaufsdruck. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Morgen 115,81 US-Dollar. Das waren 80 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 72 Cent auf 109,38 Dollar.

Am Vortag hatte die Sorge vor einer Eskalation des Syrien-Konflikts den US-Ölpreis noch auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren steigen lassen. Die Frage eines Militärschlags sei weiter das beherrschende Thema am Ölmarkt, sagten Händler. Dennoch hätten Anleger nach einen deutlichen Anstieg der Ölreserven in den USA einen Teil der Gewinne mitgenommen. Laut US-Regierung waren die Ölreserven in der vergangenen Woche um 3,0 Millionen auf 362 Millionen Barrel geklettert.

„Die Händler holen erst einmal Luft“, sagte der Analyst Kenny Kan. Sanjeev Gupta, bei Ernst & Young zuständig für die Abteilung Gas und Öl im Asien-Pazifik-Raum, erklärte, die Kurse würden weiter schwanken, bis etwas mehr Klarheit über die Auswirkungen eines möglichen Angriffs der westlichen Länder auf Syrien herrsche.

Die jüngsten Signale der USA und Großbritanniens deuten darauf hin, dass ein westlicher Militärschlag gegen Syrien nicht unmittelbar bevor steht. US-Präsident Barack Obama sagte dem Sender PBS am Mittwoch, er habe „noch keine Entscheidung“ über eine Reaktion der USA auf die mutmaßlichen Giftgasanschläge in Syrien getroffen, für die er allerdings die syrische Führung klar verantwortlich machte. London will zunächst die Ergebnisse der UN-Chemiewaffenexperten abwarten. Der UN-Sicherheitsrat müsse zunächst die Möglichkeit erhalten, über den Bericht zu beraten, hieß es in einer Beschlussvorlage des Kabinetts für das Unterhaus.

Ein Militäreinsatz in Syrien könnte die Ölförderung in Nahost und den Transport des Rohstoffs stören. In der Region werden 35 Prozent des weltweit produzierten Öls gefördert. Analysten sehen besonders Pipelines durch Angriffe gefährdet. Syrien selbst ist kein wichtiger Ölproduzent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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