Nach Preisexplosion
Entspannung am Ölmarkt erwartet

Sowohl die wichtigsten Öl-Verbraucherländer als auch das Produzentenkartell Opec sehen gute Chancen auf ein Ende der Preissteigerungen beim Öl. Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostizierte am Donnerstag, die gespannte Lage an den globalen Märkten werde sich im kommenden Jahr entschärfen.

HB LONDON/WIEN. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erklärte in ihrem Jahresbericht, die Nachfrage nach Opec-Öl könnte bis 2012 unter das derzeitige Produktionsniveau ihrer Mitglieder zurückfallen.Nach Einschätzung der IEA - eine Interessenvertretung von 27 Industrienationen - wird der weltweite Ölverbrauch in diesem wie im kommenden Jahr um jeweils rund ein Prozent zunehmen. Der Nachfrage-Anstieg werde sich jedoch bereits 2009 wohl etwas verlangsamen.

Da gleichzeitig die Produktion besonders in Förderländern außerhalb der Opec zunehme, nehme damit die weltweite Abhängigkeit von Opec-Öl ab. Die IEA warnte jedoch, die Ungewissheit über die US-Konjunktur mache Vorhersagen über den zukünftigen Ölverbrauch derzeit besonders schwer. Die Ölnachfrage dürfte im kommenden Jahr um 860 000 auf 87,7 Millionen Barrel pro Tag zulegen, heißt es im IEA-Monatsbericht.

In diesem Jahr werde sich die Nachfrage noch um 890 000 Barrel pro Tag erhöhen und damit deutlicher als bislang angenommen. Dabei werde die starke Nachfrage aus Schwellenländern den sinkenden Verbrauch vieler Industrieländer mehr als ausgleichen. Die Opec sprach ebenfalls von großer Unsicherheit über den zukünftigen Ölverbrauch. Besonders die Anstrengungen in den USA und Europa zur Senkung des Ölverbrauches und die Förderung alternativer Energien könnten die Nachfrage schmälern. Deshalb sei es sehr fraglich, ob neue Milliardeninvestitionen zur Erhöhung der Förderkapazität nötig seien. „Die Ölproduzenten wollen nicht in ein Produkt investieren, dass nicht gebraucht wird“, heißt es in dem Bericht.

Eine Drosselung der Investitionen in die Ölförderung birgt jedoch gleichzeitig die Gefahr steigender Preise. Die weltweite Sorge, das Angebot könnte mit der zukünftigen Nachfrage nicht Schritt halten, ist ein wichtiger Grund für die Preisexplosion.

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