Nach Saddam-Festnahme erholt
Dollar-Erholung wohl nur von kurzer Dauer

Die Festnahme des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein hat dem Dollar am Montag Auftrieb gegeben. Den Reformkompromiss des Vermittlungsausschusses beurteilten Marktteilnehmer allgemein positiv.

HB FRANKFURT. Am Vormittag kostete der Euro 1,2220 Dollar, nach einem Stand von 1,2277 Dollar bei Handelsschluss in New York am Freitag.

„Saddams Festnahme allein ändert nichts an der Situation des Dollar“, sagte Tohru Sasaki, Chef-Devisenstratege von JP Morgan Chase. „Schließlich wurden keine Dollar verkauft, nur weil er bislang noch nicht gefasst worden war.“ Marktanalyst Tomoko Fujii von Nikko Citigroup äußerte sich ähnlich: „Die Ergreifung bedeutet nicht, dass der Terrorismus komplett verschwindet oder das US-Defizit ausgeglichen wird.“ In den vergangenen Monaten hatten vor allem die Zweifel vieler Anleger an der Finanzierbarkeit der US-Defizite bei Leistungsbilanz und Haushalt zu einem kontinuierlichen Kursverfall des Dollar geführt.

Neben der Saddam-Festnahme war der Reformkompromiss Gesprächsthema am Devisenmarkt. „Obwohl die Steuerentlastungen geringer ausfallen als zunächst vorgesehen, werden die Reformen positiv gesehen, da sie solide finanziert sind. Das ist vom Stabilitätsaspekt her gesehen zu begrüßen“, sagte Devisenanalyst Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank.

Volkswirt Ralph Solveen von der Commerzbank sieht die Reformen für den Arbeitsmarkt positiv: „Dadurch, dass auf dem Arbeitsmarkt die Schritte jetzt weiter gehen als bislang geplant, sind die Aussichten für den Arbeitsmarkt und damit die Wachstumsaussichten mittelfristig besser.“

Den direkten Einfluss auf die Kursentwicklung beurteilten Börsianer aber als gering. „Schließlich muss man erst mal abwarten, wie die Arbeitsmarktreformen greifen“, sagte ein Händler.

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